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Aktuell

9. Januar 2021

ASP breitet sich in Deutschland weiter aus

Im Spätsommer 2020 ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland angekommen. Nach dem am 9. September 2020 der erste Fall in Brandenburg bekannt wurde, ist aktuell (Stand 9. Januar 2021) bei insgesamt 480 Wildschweinen in Brandenburg (463) und Sachsen (17) die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Der Verdachtsfall von gestern in Groß Glienicke (Berlin) bestätigte sich nicht.

In Bayern ist derzeit noch kein Fall der ASP bekannt.


Folgende Maßnahmen hat das Bayerische Umweltministerium ergriffen um eine Einschleppung und Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Bayern zu verhindern:

  • Erhöhung der Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Wildschweinen bayernweit von 20 € auf 70 € pro Wildschwein (in den grenznahem Landkreisen zu Thüringen, Sachsen und Tschechien bleibt die erhöhte Aufwandsentschädigung von 100 € pro Wildschwein für das aktuelle Jagdjahr bestehen).*
  • Errichtung von festen Wildzäunen entlang der Bundesautobahnen entlang der Grenze zur Tschechischen Republik, Thüringen und Sachsen (bereits fertiggestellt)
  • Anschaffung von rund 350 km Zaunmaterial (zur Einzäunung der Kernzone im Falle eines Ausbruchs)
  • Aufstellung einer Hundestaffel, um im Ausbruchsfall eine schnelle und zielgerichtete Fallwildsuche (neben Drohneneinsatz und Wärmebildkameras) zu ermöglichen

*In folgenden Landkreisen gilt die erhöhte Aufwandsentschädigung von 100 Euro pro erlegtem Wildschwein: Regen, Freyung-Grafenau, Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf, Cham, kreisfreie Stadt Weiden in der Oberpfalz, Coburg, Kronach, Hof, Wunsiedel, kreisfreie Städte Coburg und Hof, Rhön-Grabfeld und Haßberge

 

Achtung: seit 16.12.2020 gilt eine erweiterte Dokumentationspflicht für die erhöhte Aufwandsentschädigung von 70 Euro.


Die Dokumentation kann erfolgen durch:

  • Fotografie mit Angabe des Reviers und Datums, oder
  • Entsorgungsbestätigung (Tierkörperverwertungsanstalt), oder
  • Abgabebestätigung an zugelassene Wildverarbeitungsbetriebe, oder schriftliche Bestätigung der Trichinenuntersuchung.

Was genau ist die Afrikanische Schweinepest eigentlich?
Die ASP ist eine Virusinfektion, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich. Die Übertragung des Virus erfolgt direkt über Tierkontakte, über Kontakt mit tierischen Produkten oder über Speiseabfälle. Während in Afrika die Übertragung über Zecken gängig ist, spielt diese Art der Übertragung in Deutschland keine Rolle. Das ASP-Virus ist äußerst resistent und kann im Boden bis zu einem Jahr überleben, in Wurstprodukten sogar bis zu zwei Jahren.
Äußerliche Symptome für die ASP sind Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme, Durchfall. In fast allen Fällen führt die ASP bei Wildscheinen innerhalb weniger Tage zum Tod.
Beim Fund eines Kadavers ist unverzüglich die Veterinärbehörde des zuständigen Landratsamtes zu informieren. Nicht berühren und fernbleiben!

Folgende Auffälligkeiten beim Aufbrechen deuten auf eine Infektion mit der ASP hin:

  • vergrößerte, blutige Lymphknoten
  • vergrößerte Milz
  • punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organe
  • Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.


Welche  Maßnahmen können einem Ausbruch der ASP entgegenwirken?

  • sofortige Meldung verendeter oder krank erscheinender Wildschweine an das zuständige Veterinäramt
  • keinerlei Entsorgen von Speiseabfällen in der Natur
  • kein Fleisch oder Fleischerzeugnisse aus anderen Ländern nach Deutschland einführen
  •  Jäger sollten Hygienemaßnahmen bei der Wildschweinjagd einhalten, insbesondere im Hinblick auf Aufbruchmaterial und Gegenständen, die mit Schweiß Kontakt hatten.


 ÖJV Bayern