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05. März 2021

Vorstoß der AfD „Wald vor Wild“ im Bayerischen Waldgesetz zu ändern!

Die AfD versucht mit ihrem Gesetzentwurf (Drucksache Nr. 18/14158 vom 24.02.2021) den Passus „Wald vor Wild“ im bayerischen Jagdgesetz hin zu „Wald mit Wild“ zu ersetzen.

Die Begründung kann man im Wesentlichen unter „Zu Buchst. b (Änderung von Art. 1 Abs. 2 Nr. 2 BayWaldG)“ nachlesen. Der Argumentationsgang geht von einem „positiven Einfluss auf die biologische Vielfalt“ des Schalenwildes durch die Mitgestaltung der Lebensräume aus. Verbissschäden seien in der Diskussion überfokusiert. Menschliche Nutzungsansprüche wie etwa der Waldumbau, führe zu einer Reduktion des Tierbestände, der „unnötig destruktiv“ sei und „auf Kosten der Wildtierbestände in Bayern rücksichtslos vorangetrieben“ werde. Die waldbaulichen Ziele seien nur mit dem „verstärkten Abschuss von Pflanzenfressern“ nicht zu erreichen. Damit liegt die Argumentation auf der Linie vieler Verbände, die ein traditionalistisches Jagdverständnis haben oder den Lebensraum von Wildtieren hinten anstellen.

Der klimatisch bedingte Ausfall vieler Baumarten, etwa der Fichte in Franken, die Entmischung klimastabilerer Baumarten wie Eiche oder Tanne, die negativen Einflüsse auf die Strauch- und Bodenvegetation, der stärkere innerartliche Stress oder die höhere Parasitierung hoher Schalenwildbestände werden offensichtlich nicht gesehen.

Dr. Wolfgang Kornder
(1.    Vorsitzender ÖJV Bayern)

Drucksache 18/14158 Bay. Landtag BayWaldG
BayWaldG (Afd) Gesetzentwurf Drucksache
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