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Aktuell

Bergwaldbroschüre des ÖJV Bayern

Beschluss des bayerischen Landtags
Maßnahmen zum Schutz des Bergwaldes

Am 26. Mai 2014 trafen sich auf Einladung des ÖJV Bayern Vertreter einer ganzen  Reihe von Verbänden und Institutionen nichtöffentlich in Farchant, um sich über den Bergwald auszutauschen. Dabei wurde nicht nur des „Bergwaldbeschlusses“ von 1984 gedacht, sondern darüber hinaus dessen Diskussion im Landtag angeregt, die MdL Markus Ganserer (Grüne) auf den Weg brachte. Beides, der Bergwaldbeschluss von 1984 und die sehr fachkundig und unisono geführte Diskussion im Landtag  am 4. Februar 2015, sind in dieser Broschüre enthalten. Weitere zum Bergwaldthema passende Referate wurden aus dem Bergwaldseminar des ÖJV Bayern vom 5. Juli 2014 in Miesbach und aus den Fachvorträgen zur Delegiertentagung des Bundes-ÖJV´s am 25. April in Lohr Am Main hinzugefügt.

 

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort 3
 Beschluss des Bayerischen Landtags von 1984  4-5
Maßnahmen zum Schutz des Bergwalds 7-52
Anlagen 53-92
Schutzwaldmanagement in den bayerischen Alpen 94
Der Muttertierschutz aus dem Blickwinkel eines Juristen 100
Tierschutz und Jagd 102
Wieviel Alttier braucht ein Kalb? – Anmerkungen zum Muttertierschutz 108

Der ÖJV Bayern hofft, damit die Diskussion um den Bergwald wieder zu entfachen und die dringend notwendige Reduktion des Schalenwildes auf ein waldverträgliches Maß voran zu bringen.

Das Vorwort gibt einen Einblick in die aktuelle Problematik und den Inhalt der Bergwaldbroschüre:

Vorwort
Bergwald ist faszinierend – und gefährdet. Heute und vor gut 30 Jahren ebenso. Als der sogenannte Bergwaldbeschluss 1984 vom Bayerischen Landtag verabschiedet wurde, glaubte man, ganz starke Sicherungspflöcke eingeschlagen zu haben. Aber gut 30 Jahre später ist dieser Beschluss wenn nicht vergessen, so doch in den Hintergrund getreten. Wir haben diesen richtungsweisenden Beschluss zur Erinnerung an den Anfang dieser Broschüre gestellt.

Dass unsere Alpen diesen Schutzwald brauchen ist unbestritten. Er sichert menschliche Siedlungen, verhindert Muren- und Lawinenbildung, hält die karge Erde am Berg. Wenn der Wald seine Schutzfunktion nicht mehr leisten kann, dann kommen die Lawinen, die Muren, die Abschwemmungen. Mit dem vergreisten Bergwald stirbt der Schutz! Je weniger sich der Bergwald verjüngen kann, desto weniger kann er seine Schutzfunktion erfüllen. Und dann muss der Staat letzten Endes sündhaft teure technische Lawinenverbauungen erstellen, um z.B. Straßen oder Siedlungen zu schützen, um die Menschen zu schützen.


Aus diesem Grund hat der Landtag am 4. Februar 2015 die hochkarätig besetzte Expertenanhörung „Maßnahmen zum Schutz des Bergwaldes“ organisiert, die Antwort auf diese Frage geben und Abhilfe schaffen sollte. Diese Expertenrunde, zusammengesetzt aus unterschiedlichsten Gruppierungen und Richtungen (Axel Döring BN; Dieter Fischer, 1. Bgm. Burgberg; Dr. Stefan Gabler, AELF Holzkirchen; Dr. Georg Kasberger, AELF Rosenheim; FD a.D. Hans Kornprobst, BN; Prof. Dr. Dr. Reinhard Moßandl, TU München; Prof. Dr. Manfred Schölch, FH Weihenstephan-Triesdorf; Prof. Dr. Wolfgang Schröder; Prof. Dr. Michael Suda, TU München; Christian Wanger, Wasserwirtschaft – Ministerium),  referierte und diskutierte einen Vormittag lang im Landtag. Diese Diskussion, aus der man viel erfahren und lernen kann, haben wir hier als Zweites abgedruckt.

Die Meinung der geladenen Experten war unisono: Der Bergwald vergreist an viel zu vielen Stellen, weil zu hohe Schalenwildbestände die Verjüngung verhindern. Bestimmte Gruppierungen versuchen ihre Partikularinteressen durchzusetzen, auch wenn das dem Schutzwald schadet, ihn schwächt oder gar absterben lässt.  Der Hebel, der dabei verwendet wird, ist der Tier- und Artenschutz: Mit hohen Hürden des Tierschutzes wird einseitig die Jagdausübung auf das angeblich teils bedrohte Schalenwild erschwert, mit dem Schreckgespenst zurückgehender Arten in lückigen Wäldern die natürliche Waldentwicklung verhindert. Mit ins Feld geführt wird der natura 2000-Grundsatz, dass es keine Verschlechterung in den betroffenen Waldflächen geben darf. Aber sind natürlich wachsende (Schutz-)Wälder, wie sie sich bei angepassten Schalenwildbeständen einstellen, eine Verschlechterung?

Weil die Gesamtsituation um den Bergwald immer bedrohlicher wird, hat auch der ÖJV Bayern ein Symposium zu diesem Thema abgehalten und mit Markus Hildebrandt den Leiter der Bayerischen  Schutzwaldsanierung zu Wort kommen lassen. Und da mit dem Tierschutz die Schalenwildbejagung von den Vertretern der Partikularinteressen eingebremst werden soll, haben wir mit Dr. Susanne Hartmann und Prof. Dr. Thomas Richter ein renommiertes Duo zu diesem Thema geladen. Und schließlich hat der ÖJV weitere Fachleute gebeten, zu diesem Problemfeld Stellung zu nehmen. Mit Dr. Alexander Pflaum kommt ein Jurist zu Wort, der ein paar Grundpfeiler zu dem wichtigen Bereich „Tierschutz und Jagd“ herausgearbeitet hat, und mit dem Altmeister der Wildbiologie, Dr. Helmuth Wölfel, haben wir einen erfahrenen Praktiker gebeten, gerade zum brisanten Muttertierschutz zu referieren.
Der Bergwald ist die Lebensgrundlage für vielfältige Tiere und Pflanzen. Ihn in seiner Gesamtheit  zu stützen ist für uns das Gebot der Stunde. Wir sind diesbezüglich gespannt, welche vorgeschlagenen Maßnahmen aus der Landtagsdiskussion vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten umgesetzt werden.

Dr. Wolfgang Kornder
Vorsitzender ÖJV Bayern“


Die Broschüre (DIN A 4, farbig, 120 Seiten) kann beim ÖJV Bayern für 7,- € Schutzgebühr bestellt werden: Onlineshop

 

Alternativ steht die Broschüre auch zum Download zur Verfügung: Downloads

Stimmen aus den Statements der Referenten

  • Axel Döring, Vizepräsident CIPRA Deutschland (S. 47ff)
  • Dieter Fischer, Erster Bürgermeister der Gemeinde Burgberg/Allgäu (S. 61ff)
  • Dr. Georg Kasberger, Bereichsleiter Forsten Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim (S. 65ff)
  • Hans Kornprobst, Sprecher des Landesarbeitskreises Wald im BUND Naturschutz (S. 75ff)
  • Prof. Dr. Reinhard Mosandl, Technische Universität München Lehrstuhl für Waldbau (S. 83f)
  • Prof. Dr. Manfred Schölch, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Wald und Forstwirtschaft Waldbau und Waldwachstumslehre (S. 84ff)
  • Dipl.-Ing. Christian Wanger, Ministerialrat Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Referat 56  -Wasserwirtschaft im ländlichen Raum, Gewässerökologie, Wildbäch (S. 88ff)
Stimmen aus den Statements der Referenten
Stimmen der beteiligten Fachleute - Stat
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