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Presseerklärung des Ökologischen Jagdvereines Schwaben zur Empfehlung der Forstverwaltung für die Rehwildabschussplanung der nächsten drei Jahre

In einer Pressemitteilung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird Staatsminister Brunner mit den Worten zitiert, dass „wir insgesamt mit dem Ergebnis zufrieden sein können“. Im Landtag sagte er, dass sich die „Gesamtsituation in Niederbayern und Schwaben deutlich“ verbessert habe.


Diese Bewertung trifft nach Meinung des ÖJV Schwaben  keinesfalls zu. Das zeigt deutlich allein schon der langfristige Vergleich der alle drei Jahre erstellten  Vegetationsgutachten.
1997 wurden im Regierungsbezirk Schwaben 40% der Hegegemeinschaften als bezüglich des Verbisses günstig und tragbar eingestuft, 60% als zu hoch und deutlich zu hoch.
Nach 18 Jahren liegen wir jetzt zwar bei 46% günstig und tragbar, nach wie vor 54% sind aber zu hoch und deutlich zu hoch.
Diese minimale Verbesserung verleitete die Forstverwaltung in ihrer Empfehlung bezüglich der Abschusshöhe erstaunlicher  Weise dazu, für 70% auf Senken und Beibehalten und nur für 30% auf Erhöhen und deutlich Erhöhen zu plädieren.


Im Zusammenhang mit der traditionellen Methode vieler Jäger, erstmals nur 90% des Abschusssolls zu erfüllen, um sich dann nach langem Widerstand um 10% erhöhen zu lassen, zeigt dies deutlich, dass wir in den letzten 18 Jahren mit der Verbißproblematik praktisch nicht weitergekommen sind.


Allerdings ist in dieser Zeit das Bewusstsein deutlich gewachsen, dass wir in einer Phase der Klimaerwärmung leben, die einen Bestockungswandel im Wald zu mehr Tanne und Laubholz erfordert. Auch in Zukunft werden wir bei einer steigenden Bevölkerung Nadelhölzer zum Hausbau benötigen. Der Gebirgsbaum Fichte wird aber bei steigenden Temperaturen wegen Sturm- und Borkenkäferschäden deutlich geringere Anteile am Waldaufbau einnehmen können.


In ganz Schwaben müsste und könnte die Tanne als teilweiser Ersatz der Fichte dabei eine ganz wichtige Rolle spielen.
Boden und Klima passen. Was aber nicht passt, ist der Rehwildstand.
Den Nachweis dazu liefert ebenso das im Internet für jeden frei zugängliche Vegetationsgutachten Bayern 2015.
Schaut man sich dort bei der Anzahl der verbissenen Pflanzen die Tanne an, stellt man mit Erstaunen fest, dass fast ganz Schwaben kartenmäßig weiß ist. Was heißt, das?
Die Erläuterungen sagen, dass es, wenn weniger als 10 Pflanzen in einer Hegegemeinschaft pro Baumartengruppe vorgefunden werden,  dann keine Aussage dazu gibt.


Das bedeutet, dass in ganz Schwaben außer ein paar wenigen Ecken im Südwesten (Oberallgäu, Lindau) keinerlei nennenswerte Tannenverjüngung vorzufinden ist.
Das ist nicht nur ein absolutes Armutszeugnis für viele Jäger und Jagdbehörden, sondern vor allem eine Gefährdung des inzwischen allseits für notwendig erachteten Waldumbaus.
Wichtig wäre es jetzt, für die nächsten drei Jahre zumindest die vielen willigen Jäger nicht daran zu hindern, die Rehwildbestände auf ein waldverträgliches Maß einzuregulieren. Dies sollte für die Jagdbehörden bei der Festsetzung oder Genehmigung der Abschusspläne oberste Priorität haben.


Für die
ÖJV-Bezirksgruppe Schwaben Dr. Walter Mergner 1. Vorsitzender