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Bundesverwaltungsgericht: Keine Erlaubnis mehr für Selbstladebüchsen auf der Jagd

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im März 2016 zum Besitz von Halbautomaten mit wechselbarem Magazin durch Jäger dahingehend geäußert, dass diese nicht ohne besonderes Bedürfnis besessen werden dürfen. Dabei geht es um alle Selbstladebüchsen, die ein größeres Magazin als das auf der Jagd zulässige 2-Schuss-Magazin aufnehmen KÖNNEN. Nach bisher geltendem Recht war es zulässig, für jagdliche Selbstladebüchsen größere Magazine zu erwerben und z.B. zum Training am Schießstand zu verwenden. Da entsprechende Magazine im Handel sind, wären von dem Urteil wohl alle Jäger, die eine Selbstladebüchse besitzen, betroffen. (BVerwG 6 C 60.14 OVG 20 A 1347/12)

Wie auch andere Jagdverbände vertritt der ÖJV Bayern die Meinung, dass das Gericht damit weit über ein vernünftiges Augenmaß hinaus geht, was zu einer massiven Verunsicherung in der Jägerschaft führt. Laut Medienberichten haben bereits Bayern und Mecklenburg Vorpommern Ihre Waffenbehörden angewiesen, keine Erlaubnisse mehr für den Erwerb von Selbstladebüchsen für Jäger zu erteilen. In Niedersachsen und NRW sind entsprechende Regelungen anscheinend ebenfalls in der Planung.

Dabei ist aus Sicht des ÖJV Bayern die Jagdausübung mit Selbstladebüchsen insbesondere in Schwarzwildrevieren durchaus sehr sinnvoll.

Derzeit ist aber nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes eher damit zu rechnen, dass bestehende Erlaubnisse zum Besitz dieser Waffen widerrufen werden. Der ÖJV Bayern wird sich im Schulterschluss mit den anderen ÖJV-Landesverbänden juristisch beraten lassen und abklären, wie mit dem derzeit im Raum stehenden Bundesurteil und etwaigen landesweiten Festlegungen umzugehen ist. In diesem Prozess befinden wir uns. Sobald hier mehr Klarheit herrscht, werden wir versuchen, die dann hoffentlich feststehenden Umgangsmöglichkeiten zu koordinieren und zu unterstützen.

Dr. Wolfgang Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern)