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Schwarzwild soll reduziert werden

Jagdgenossen fordern Zusammenarbeit - Nachtsichtgeräte freigeben

Schönbrunn am Lusen.
Innerhalb eines kurzen Zeit­raums war eine weitere Ver­sammlung der Jagdgenossen aus dem Gemeinschaftsjagd­revier erforderlich, weil es vor allem darum ging die Sat­zung zu ändern, über die Ver­wendung des Reinertrages zu befinden und weitere Schrit­te einzuleiten, damit der Be­stand an Schwarzwild redu­ziert wird.
Der neue Jagdvorsteher Franz Wagner begrüßte bei der nichtöffentlichen Ver­sammlung der Jagdgenossen die Jagdpächter Hans Seidl, Norbert Binder und Josef Ei- ler, sowie Bürgermeister Edu­ard Schmid, den Kreisob­mann des BBV Hans Dörin- ger und den ehemaligen Jagd­vorsteher Anton Petzi.

Schäden durch das Schwarzwild
Die Änderung der Satzung konnte sehr schnell durchge­führt werden, weil es nur dar­um ging, den Namen des „Jagdvorstehers Franz Wag­ner“ einzutragen. Er ist näm­lich künftig der Ansprech­partner für Jagdgenossen, wenn es um verschiedene Anliegen der Jagd und Jagd­ausübung geht.
Über den nicht abgeholten Auskehrbetrag aus dem Jagd­jahr 2014/15 wurde entschie­den, dass 300 Euro dem OCV Schönbrunn am Lusen zu­fließen sollen. Über eine Zu­wendung zur Renovierung der Dorfkapelle Kirchl wird bei der nächsten Versamm­lung entschieden.
Nachdem im Jagdjahr 2015/16 allein zur Behebung von Flurschäden im Zusam­menhang mit Schwarzwild 4500 Euro aufgewendet wur­den, hat Franz Wagner vorge­schlagen, den Reinertrag aus diesem Jahr der Rücklage zu­zuführen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenom­men. Doch bei den anwesen­den Jagdgenossen löst die Tatsache, dass die Flur- und Aufwuchsschäden, verur­sacht durch Schwarzwild, immer mehr zunehmen, eine größere Diskussion aus.
So wurde darauf verwie­sen, dass die Wildschäden für die Grundstücksbewirtschaf­ter, die Jägerschaft und die Jagdgenossenschaft eine er­hebliche Belastung darstel­len. Selbst wenn auch Wild­schäden immer wieder beho­ben werden, so stellen diese, gerade beim sehr sensiblen Grünland, langfristig (bis zu zehn Jahre), eine erhebliche Beeinträchtigung dar.
Der anwesende Kreisob­mann Hans Döringer war der Auffassung, dass die Behe­bung von Flurschäden im Zusammenhang mit dem Schwarzwild durchaus gut von statten gehe. Dies sei je­doch auf die Dauer nicht hinnehmbar, weil sich dadurch der Grünlandaufwuchs nachhaltig verändere. Es gibt hier nur eine Lösung, die er darin sieht, in Zusammenar­beit über die Reviergrenzen hinweg, in einer Art „konzer­tierten Aktion“ die sich rasch vermehrenden Bestände an Schwarzwild auf einen nor­malen Besatz zurück zu füh­ren. Saufänge sind nach Auf­fassung von Fachleuten hier eine gute Lösung um dem Be­stand an Schwarzwild zu re­duzieren. Deshalb, so der Kreisobmann solle man über­legen, ob die Jagdgenossen­schaften sich mit z.B. 50 Pro­zent an den Kosten für Sau­fänge beteiligen.
Innerhalb der Versamm­lung kam auch die Forderung auf. gerade für die Jagd auf Schwarzwild die Nachtziel- und Nachtsichtgeräte zu er­lauben. Dankbar wurde die
Ankündigung der National­parkverwaltung angenom­men, in den kommenden Monaten das Schwarzwild gezielt zu bejagen.

Gezielte Bejagung?
Die anwesenden Jagdge­nossen, wollen jedoch, dass sofort geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um den Bestand an Schwarzwild rasch zu reduzieren. Im Hin­blick auf diese Forderungen wurde folgender Beschluss gefasst: „Der Jagdvorsteher wird aufgefordert bei allen ir­gendwie zuständigen Behör­den, Stellen und Organisatio­nen voranzutreiben, dass die Bestände an Schwarzwild im Jagdjahr 2016/17 erheblich gesenkt werden. Eine Zu­sammenarbeit diesbezüglich über die Reviergrenzen hin­weg ist rechtlich abzuklären und dann auch durchzuset­zen. Zudem sind gerade für die Bejagung von Schwarz­wild der Jägerschaft die Nachtziel- und Nachtsicht­geräte freizugeben. Saufänge sind fachmännisch zu erstel­len und entsprechen fangsi­cher zu stellen."
Dieser Beschluss mit der Bitte um Unterstützung soll an folgende Behörden und Organisationen gehen: Baye­risches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Untere Jagdbe­hörde beim Landratsamt Freyung-Grafenau, Wolfstei­ner und Grafenauer Jäger­schaft Nationalparkverwal­tung Grafenau, angrenzende Jagdreviere, Bayerischer Bauernverband    Freyung-Grafenau (BBV) und die Ge­meinde Hohenau. Die Hoff­nung der Grundstücksbe­wirtschafter ist groß, dass hier eine vernünftige Lösung gefunden wird.    

Fritz Denk


Quelle: Passauer Neue Presse vom 04.05.2016 (mit freundlicher Genehmigung des Verfassers Fritz Denk)