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Erste Eigenbewirtschaftung im Landkreis Erlangen-Höchstadt

Nachdem die Herauslösung von gut 200 ha Wald der Waldkorporation Großenseebach aus dem bisherigen Gemeinschaftsjagdrevier erfolgt ist, läuft nun seit gut einem Jahr der Betrieb einer weiteren Jagd in Eigenbewirtschaftung in Mittelfranken. Grund genug für 25 Waldbesitzer, Jäger und Interessierte aus der Region, sich auf Einladung des örtlichen Bund Naturschutzes die Beweggründe und die Ziele dieses neuen Weges bei einem Waldbegang anzusehen.


Die Wälder der Waldkorporation müssen zu einem großen Anteil verjüngt werden. Alle Versuche, Kulturen oder Naturverjüngungen durch Zäune zu schützen, wurden mehr und mehr zur Farce: Wildschweine oder herabstürzende Baumteile machten die Zäune undicht. Die Folge: starker Verbiss selbst in den geschützten Bereichen, nichts ging vorwärts. Die Aktiven der Waldkorporation sahen sich zunehmend außer Stande, die Waldverjüngung aus anderen Baumarten außer Fichte und Kiefer in ausreichendem Maße zu gewährleisten – nicht nur aus finanziellen, sondern vor allem auch aus personellen Gründen. Der Jagdpächter war nicht in der Lage oder/und nicht willens, diese Zustände zu ändern. Deshalb suchte man nach Lösungen und sah sich um. Man besuchte andere Eigenbewirtschaftungen und entschloss sich schließlich, auch in Großenseebach diesen Weg zu gehen.


Die vier beauftragten Jäger stehen nun vor der Herausforderung, auf diesen 200 ha tragbare Wildbestände herzustellen und beizubehalten. Noch ist nicht klar, ob das gelingen wird. Der Pächter der umliegenden Gemeinschaftsjagd, der auch an dem Begang teilnahm, zeigte sich der Problematik aufgeschlossen. Insgesamt gewann man aber den Eindruck, dass die Anliegen der Waldbesitzer bisher nicht wirklich Eingang gefunden haben in die Gedankenwelt der anwesenden Traditionsjäger! Schade! Drücken wir der Waldkorporation Großenseebach und dem Wald die Daumen, dass das Projekt Eigenbewirtschaftung von Erfolg gekrönt sein wird!


Heike Grumann