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Abschlussveranstaltung „Rebhuhn – auf der Suche nach einer fast verschwundenen Tierart“

Am Donnerstagnachmittag des 12. Oktober 2017 fand die Abschlussveranstaltung des Praxis-Seminars (P-Seminar) zur Rebhuhnthematik im Saal der Gaststätte „Zum Alten Forsthaus“ in Neunhof bei Nürnberg statt. Schon die Formulierung des Themas, „Rebhuhn – auf der Suche nach einer fast verschwundenen Tierart“, ließ erahnen, dass es mit dem Rebhuhn um Neunhof nicht zum Besten bestellt ist.

Unterstützt wurden die SchülerInnen von Uwe Köberlein von der Bertolt-Brecht-Schule Nürnberg und Nicole Stubenhöfer von der Wildlebensraumberatung Mittelfranken des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Uffenheim.  

Die 15 TeilnehmerInnen des P-Seminares waren anwesend, zeigten per PP-Präsentation ihre Ergebnisse und moderierten souverän die Veranstaltung. Im Rahmen ihrer Arbeit wurden Rebhühner einmal frühmorgens um 6.00 Uhr (!!!) in zwei Gruppen in der Umgebung von Neunhof verhört, dabei gehört und in einer Gruppe gesichtet. Ein schönes Erlebnis, das aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass es um das Rebhuhn in Neunhof schlecht bestellt ist. Darüber hinaus wurden Postkarten mit Rebhuhnmotiven und Info-Schilder entworfen und eine sehr schöne und informative Projekt-Homepage erstellt, auf der sich auch eine Rebhuhnkartierung um Neunhof herum befindet. (https://rebhuhn-bbs-nuernberg.jimdo.com/)
 
Neben den Schüleraktivitäten referierte der eigens aus Götting angereiste Rebhuhn-Experte Werner Beeke von der Georg – August Universität Göttingen zum Thema „Rebhuhn in der heutigen Agrarlandschaft“. Als Kurzzusammenfassung lässt sich sagen: Dem Rebhuhn fehlt in der heutigen Argrarlandschaft einfach die Lebensgrundlage. Eine solche wären strukturreiche Flächen ohne Herbizid- und Insektizideinsatz. Vor allem den Küken fehlt anfangs das tierische Eiweiß, das sie in einer intakten Umwelt mit den Insekteneiern, -larven und -maden aufnehmen können.
Wechselnde Strukturierungen mit mehrjähriger, teils lückiger Brache sind unzweifelhaft sehr hilfreich. Dazu müssen die Landwirten ins Boot geholt werden, was umso leichter gelingt, wenn die dadurch verloren gehende Ernte ersetzt wird. Wenn Lebensraumverbesserungen z.B. durch Blühstreifen erfolgen, dürfen diese nicht zu schmal sein, denn je schmaler die Blühstreifen sind, desto höher sind die Verluste durch Beutegreifer, allen voran des Fuchses, die diese Längsstrukturen sehr leicht absuchen können.   

Die informative Veranstaltung endete mit vielen Fragen, Beiträgen und gutgemeinten Ratschlägen der Zuhörer. Dass sich diese jungen Menschen derzeit mit ihrem in diesem Jahr bevorstehenden Abitur beschäftigt sind, wurde dabei von einigen ZuhörerInnen wohl übersehen.

Ungeachtet dessen macht es Hoffnung, dass sich junge Menschen mit einem solchen Thema auseinandersetzen und dabei Einblicke gewinnen, die nicht nur vielen ihrer Altersgenossen fehlen. Das ist schon viel und eindeutig zu würdigen. – Einen herzlichen Dank an die Schülergruppe des P-Seminares und an die Betreuer!


Dr. W. Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern)

P.S.: Uwe Köberlein ist stellvertretender ÖJV-Vorsitzender in Mittelfranken.