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Heimische Schalenwildarten weiterhin auf hohem Bestandsniveau!

Die aktuelle Situation häufig vorkommender Schalenwildarten in Bayern

Fast zeitgleich mit der neu erschienenen Gamswildbroschüre des ÖJV Bayerns ist ebenfalls im Dezember 2017 die „Rote Liste und die kommentierte Gesamtartenliste der Säugetiere Bayerns“ vom Bayerischen Landesamt für Umwelt erschienen. Grund genug die Einschätzungen in unserer Gamswildbroschüre, verfasst vom renommierten Wildbiologen Ulrich Wotschikowsky mit dem Werk des Landesamtes zu vergleichen, aber auch für andere heimische Schalenwildarten die Bestandssituation und den Bestandstrend zu analysieren.

In dem vom Bayerischen Landesamt für Umwelt herausgegebenen Bericht wird die aktuelle Bestandessituation jeder einzelnen in Bayern vorkommenden Säugetierart beurteilt. Sie umfasst derzeit 93 Arten. 82 davon sind ursprünglich hier lebende und 11 Arten werden als sogenannte Neozoen bezeichnet.  Seit dem Jahr 1500, dem Stichjahr für die Beurteilung der Tierarten gelten drei Arten als ausgestorben. Dies sind die Bayerische Kurzohrfledermaus, der Braunbär und der Nerz. Einige Arten, die in Bayern bereits ausgestorben waren, konnten sich zwischenzeitlich wieder etablieren und werden wieder in den Listen geführt. Das sind die Prädatoren Luchs, Wolf und Wildkatze, aber auch der Biber und das Wildschwein.

Die vorkommenden Arten werden in sechs Häufigkeitsklassen eingeteilt: extrem selten (z.B.: Luchs, Wolf), sehr selten (z.B.: Wildkatze, Alpenschneehase), selten (z.B.: Fischotter), mäßig häufig (z.B.: Baummarder, Biber), sehr häufig (z.B.: Reh, Wildschwein). Zudem werden die langfristigen und kurzfristigen Bestandstrends aufgezeigt.

Genau wie in unserer neu erschienenen Gamswildbroschüre wird das Gamswild vom Landesamt für Umwelt als eine in den Alpen häufig vorkommende Tierart angesehen. Die jährlichen Jagdstrecken sind seit den letzten Jahren bei im Mittel 4.000 Stück recht konstant. Als konstant wird ebenso der kurzfristige Bestandstrend angesehen. Dies deckt sich mit der Einschätzung von Wotschikowsky, dass sich die Bejagung der Gams mittlerweile in einer nachhaltigen Phase befindet. Der aktuelle Grundbestand scheint ebenso höher als noch im 19. Jahrhundert zu sein, das heißt, der langfristige Trend ist vermutlich sogar positiv.

Im Folgenden weitere heimische Schalenwildarten:

Unsere häufigsten heimischen Schalenwildarten, das Rehwild und das Wildschwein kommen wie zu erwarten sehr häufig vor. Beim Schwarzwild geht der Trend lang-, wie kurzfristig nach oben. Konnten im Jagdjahr 2015/2016 noch rund 85.000 Stück erlegt werden, waren es im Jagdjahr 2016/2017 nur noch rund 60.000.  Beim Rehwild ist laut Landesamt für Umwelt trotz steigender Abschusszahlen von rund 314.000 Stück (Jagdjahr 2015/2016) auf 320.000 Stück (Jagdjahr 2016/2017) ebenso ein Trend nach oben erkennbar.

Das Rotwild wird für das Hauptverbreitungsgebiet, den Bayerischen Alpenraum als eine häufig vorkommende Wildart beschrieben. Die Abschusszahlen für alle bayerischen Rotwildgebiete pendelten sich in den letzten Jahren bei etwa 12.000 Stück ein. Dabei haben die Rotwildgebiete Oberbayern (Hochgebirge) und Schwaben einen Anteil von ungefähr der Hälfte der Gesamtstrecke Bayerns. Anhand dieser Abschusszahlen wird der kurzfristige Bestandestrend als konstant angesehen, der langfristige sogar als steigend.

Die Gesamtartenliste zeigt, dass sämtliche genannten Schalenwildarten häufig, bzw. sogar sehr häufig vorkommen. Gerade in Zeiten des Vorrückens der Afrikanischen Schweinepest muss vor allem beim Schwarzwild diesem Trend konsequent mit allen zur Verfügung gestellten Mitteln entgegen gearbeitet werden. Aber auch die Verbisssituation in Bayern zeigt, dass die Bestände von Rehwild und Rotwild regional auf einem sehr hohen, nicht waldverträglichen Niveau sind und daher die örtlichen Abschusszahlen noch weiter steigen müssen. Beim Gamswild zeigt sich die aktuelle Jagdstrategie mit der Schonzeitaufhebung auf Problemflächen und der konsequenten Bejagung im Wald als zielführend aber auch nachhaltig.

Die neue Gamswildbroschüre kann in unserem Onlineshop für 5€ erworben werden.

Die „Rote Liste und kommentierte Gesamtartenliste der Säugetiere Bayerns“ erhalten Sie kostenfrei beim Bayerischen Landesamt für Umwelt oder unter folgendem Link: http://www.bestellen.bayern.de/

Markus Philipp
Fachreferent ÖJV Bayern e.V.