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Afrikanische Schweinepest – Brandenburgs Landwirtschaftsministerium veröffentlicht Praxisleitfaden zum Betrieb eines mobilen Saufangs

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) des Landes Brandenburg hat in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) einen Leitfaden zum Betrieb von mobilen Saufängen herausgegeben.

 

Brandenburg hat landesweit eine sehr hohe Schwarzwilddichte. In Verbindung mit der immer näher rückenden Afrikanischen Schweinepest müssen laut MLUL die Schwarzwildbestände unter Anwendung aller verfügbaren Möglichkeiten reduziert werden. Dazu gehört, als ein ergänzendes und wirksames Instrument, der Fallenfang von Schwarzwild. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte bereits zweifelsfrei belegt werden, dass der Fallenfang gerade bei einer so reproduktiven Wildart wie dem Schwarzwild effizient praktiziert werden kann. Bei richtiger Anwendung bleibt der Tierschutz gewährt.

Das MLUL des Landes Brandenburg hat dazu in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg einen Leitfaden zum Betrieb von mobilen Saufängen herausgegeben. 

In Bayern werden mit behördlicher Genehmigung seit Jahrzehnten tierschutzgerecht betreibbare Saufänge eingesetzt. Eine vereinfachte und unbürokratische Antragstellung und eine klare Genehmigungsfähigkeit solcher Saufänge wäre in Bayern wünschenswert. Genau wie in Brandenburg gibt es fast landesweit überhöhte Schwarzwildbestände. Auch wenn es laut Friedrich-Loeffler-Institut als mäßig wahrscheinlich erscheint, dass ein infiziertes Wildschwein die Seuche nach Bayern bringt, das Risiko eines Ausbruchs aufgrund der Entsorgung kontaminierten Schweinefleischs ist bei einer hohen Schwarzwilddichte viel höher als bei reduzierten Schwarzwildbeständen. Daher müssen auch in Bayern noch konsequenter alle Maßnahmen zur Reduktion ausgeschöpft werden. Dazu gehören neben dem Saufang z.B. auch revierübergreifende Drückjagden, der gezielte Bachenabschuss, die Aufhebung der Schonzeit für Bachen und Keiler, der Einsatz von Nachtsichttechnik, die Anlage von Schussschneisen und verbesserte Anreizsysteme (z.B. Abschussprämie, Kostenübernahme der Trichinenuntersuchungsgebühr, etc.).

Markus Philipp
Fachreferent ÖJV Bayern e.V.