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Werksbesichtigungen bei Noblex (ehemals Docter) und Heym

Am 15.05. machten sich 6 wackere nordbayerische ÖJVler auf den Weg nach Thüringen um die Fa. Noblex (ehemals Docter) und Heym (hieß immer schon so) zu besuchen. Die Anfahrt war nürnbergstaubedingt etwas verlängert aber dafür konnten wir uns bei Noblex (Eisfeld) die Fertigung von Zielfernrohren ansehen. Viel sah man zwar vom eigentlichen Fertigungsprozess nicht, weil das Gehäuse in geschützten CNC- Maschinen aus Alu gefräst wird und die Linseneinsetzung in Reinräumen erfolgt, aber die Teile in den Zwischenschritten zu sehen und Eloxierungsspezialisten ein paar Fragen zu stellen war schon interessant. Noch interessanter war, dass Noblex noch einige Zielfernrohre und Reflexvisiere mit dem Schriftzug "Docter" auf Lager hat, die derzeit günstig (bis zu 50%) abverkauft werden. Wer Interesse hat: Fr. Adam 03686 / 371 115 oder susan.adam@noblex-germany.com

Dann ging es weiter zu Heym (Röhmhild/Gleichamberg), wo man uns erst einmal zum Mittagessen einlud. Danach wurden uns die Fertigungsschritte eines Gewehrs gezeigt: vom Materiallager über das Bohren der Laufrohlinge, das Hämmern der Züge und Felder, grobes Ausrichten des Laufes,  Abdrehen / Zurichten des Laufes, das Patronenlager wird extra gehämmert, die Hülsenfertigung und Zusammenbau, es folgt der Beschuss vor der Brünierung, schließlich die Auswahl und Herrichtung des Schaftes. Gängige Waffen werden auf Lager produziert, edlere Teile (Bockdrillinge, Doppelbüchsen,...) auf Bestellung. Der Kunde kann sich, wenn er möchte, das Holz aussuchen und dann wird ihm daraus der Schaft gefräst. Zum Schluss folgt bei mehrläufigen Waffen das Justieren der Läufe. Inzwischen verstehe ich warum eine Waffe das kostet, was sie kostet! Und mir ist auch klar, warum manche Repetierer 1000,- kosten und andere 3000,- (und wieder andere 70.000,-)

Anschließend konnten wir uns ausgiebig im Ausstellungsraum die derzeit vorhandenen Serien an Waffen anschauen und handhaben. Mich hat am meisten der GRS-Schaft fasziniert. Das ist ein Schichtholzschaft der über Waimex (www.waimex.com) zugekauft wird. Er ist ergonomisch aus meiner Sicht PERFEKT gestaltet. Passt wie die Faust aufs Auge. Man geht in Anschlag und ist "drauf". Das liegt auch daran, dass Backe und Länge auf Knopfdruck einstellbar sind. Das Beste ist aber der Griff für die Abzugshand (Linksschäfte ohne Aufpreis): Er ist so gut gestaltet, dass man das Gefühl hat, auch mit nur einer Hand die Waffe voll unter Kontrolle zu haben. Kann man nicht erklären, muss man selber in der Hand gehabt haben. Ein Tag Urlaub, der sich gelohnt hat!


Michael Bartl
(ÖJV Oberpfalz)
Fotos von Stefan Schnurer