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Treffen der ÖJV-Bezirksgruppe Schwaben bei der „Freiherr von Lotzbeck’schen Forstverwaltung“

am 27. Juli 2018

Knapp 20 Mitglieder und Freunde des ÖJV Schwaben trafen sich zu einer Exkursion im Großprivatwald der Freiherr von Lotzbeck´schen Forstverwaltung in Großaitingen-Hardt.
Der Betriebsleiter, Herr André Dubetz, erläuterte die Änderung der Waldbewirtschaftung, die vor 8 Jahren eingeleitet wurde. Ausgangssituation in dem ca. 1500 ja großen Waldbesitz war ein fichtendominierter und vorratsreicher Altersklassenwald mit der klassischen naturverjüngungsfreien Kahlschlagswirtschaft ohne ausreichende Wiederaufforstung, Pflegerückständen und überhöhten Wildbeständen.
Ziel ist eine Absenkung des Fichtenanteils zugunsten klimatoleranterer Baumarten, also Weißtanne, Douglasie, Lärche und verschiedener Laubhölzer. In dem angestrebten Dauerwald sollen je Standort künftig mindestens 3-5 Baumarten vorhanden sein.
Grundlage für die waldbauliche Umstellung sind waldbaulich angepasste Wildstände, die ein entsprechend innovatives Jagdkonzept erforderten. Wesentlich Bestandteile davon sind u.a.:

  • Die Bejagung richtet sich ausschließlich nach waldbaulichen Gesichtspunkten.
  • Neue Jagdinfrastruktur mit für eine Rehwildjagd relativ hohen Hochsitzen (Modell Rotenhan) wurde betriebsweit eingerichtet.
  • Schussschneisen, die im Herbst gemulcht werden, erleichtern die Bejagung in den großen Dickungskomplexen.
  • Eine Intervalljagd, die sich an den Lebensrhythmus des Rehwildes orientiert mit entsprechenden Jagdpausen in weniger aktiven Phasen („Rehwildkalender“).
  • Zwei Drückjagden im Jahr, womit inzwischen ein Abschussanteil von 40-45% erreicht wird.
  • Kirrung mit Trester und Getreide.
  • Begehungsscheine für die Einzeljagd.
  • Kontrolle mit 10 Weiserzäunen über die gesamte Jagdfläche verteilt.

Die Ergebnisse dieser Jagdstrategie waren für die ÖJV-Gruppe sehr eindrucksvoll. Die Naturverjüngung erholt sich, und die unverbissenen Tannen, auch Weitverbände aus Pflanzung,  zeigen, dass der Betrieb auf dem richtigen Weg ist. Zäune sind in Hardt nicht mehr erforderlich.
Über Einzelheiten des Waldbaukonzepts wurde intensiv diskutiert. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass hier ein zukunftsfähiges Jagdkonzept auch entsprechend umgesetzt wurde und wird. Wichtig ist dem Betriebsleiter auch, dass zwar konsequent tierschutzgerecht, aber gleichzeitig ebenso konsequent effektiv gejagt wird.
Wir konnten alle auch für unsere eigene Situation  wertvolle Anregungen mitnehmen.

Besten Dank an den Eigentümer Ferdinand Graf von Spreti und den Betriebsleiter André Dubetz.

Dr. Walter Mergner            Stefan Kolonko