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Die Freigabe von Rehwild bei Drückjagden – Eine gute Idee?!

Analyse der Treffpunktlage bei Reh- und Schwarzwild auf Drückjagden

Die Bachelorarbeit von Michael Beck, unterstützt von Rudi Brandl, geschrieben bei Dr. Fiona Schönfeld, füllt eine längst überfällige Lücke zur Drückjagd auf Schalenwild.

Immer wieder wird gegen die Drückjagden auf Rehwild polemisiert – jüngst von MdB Dr. Georg Nüßlein (CSU). Beim Schwarzwild sieht es auch in der klassischen Jägerschaft anders aus, weil jeder die aufgrund der Wildschäden im Feld dringende Notwendigkeit von Schwarzwilddrückjagden einsieht. Wildschäden im Wald werden hingegen anders – oder nicht – wahrgenommen und damit die Sinnhaftigkeit einer effektiven Bejagung in Frage gestellt. Argumentiert wird dabei meist mit dem bei Rehwild im Gegensatz zum Schwarzwild angeblich schlechteren Trefferergebnis.

Die vorliegende Studie bestätigt diese Einschätzung nicht und stärkt damit die Bewegungsjagd auf Rehwild und unterstreicht die Bedeutung eines Schießtrainings als Vorbereitung auf die Drückjagden. Eine Arbeit, die die effektive und durchaus tierschutzgerechte Drückjagd auf Rehwild unterstreicht!

Hier das Fazit der Studie:
„Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass Rehwild auf Drückjagden bedenkenlos freigegeben werden kann. Wären bei Rehwild und Schwarzwild Träger- und Teller/Hauptschüsse gleich bewertet worden, wäre das Ergebnis noch eindeutiger zugunsten der guten Treffpunktlage bei Rehwild ausgefallen.  Die Freigabe von Rehwild ist auch insofern konsequent, da Rehwild am Jagdtag denselben Stress erlebt wie Schwarzwild. Ohne Freigabe wird sinnlos Jagddruck erzeugt, mit Freigabe kann der Rehwildbestand reguliert und der Abschussplan erfüllt werden und zeitintensive, jagddrucksteigernde Einzeljagd reduziert werden. Ein Schießnachweis verbessert die Trefferleistung signifikant, unabhängig von der Wildart. Nicht nur aus Gründen der Erzeugung hochwertigen Wildbrets, sondern auch wegen der geringeren Zahl an Nachsuchen und vor allem wegen des Tierwohls sollte ein aktueller Schießtrainingsnachweis für jede Bewegungsjagd Teilnahmevoraussetzung sein. Diverse Landesforstbetriebe haben diese Pflicht bereits in ihre Drückjagdregeln übernommen und kontrollieren die Gäste konsequent.“

Dr. W. Kornder
(1.  Vorsitzender)

Die Freigabe von Rehwild bei Drückjagden – Eine gute Idee?!
Analyse der Treffpunktlage bei Reh- und Schwarzwild auf Drückjagden
18-10_Analyse_der_Treffpunktlage_bei_Wil
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