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Wald im Klimawandel: Zielführende Jagd ist unerlässlich

Überhöhte Wildbestände gefährden seit Jahrzehnten den Waldumbau

Alle reden vom Waldumbau, von nachwachsenden Bäumen, die dringend aus Naturverjüngung übernommen oder gepflanzt werden sollen. Immer häufiger wird das Hauptproblem angesprochen, unter dem der Wald seit Jahrzehnten extrem leidet: zu hohe Wildbestände.

Dies muss auch endlich bei den politischen Entscheidungsträgern ankommen, die oft noch der konservativen, trophäenorientierten Jägerschaft zugewandt sind. Aus jagdlichem Eigeninteresse sind die Wildbestände zu hoch, eine möglichst große Anzahl an Tieren erhöht die Wahrscheinlichkeit der Sichtung – und damit den Spaß am Jagen.

Die Auswirkungen auf das Ökosystem Wald sind fatal. Junge, wohlschmeckende Laub- und Nadelbäume werden ständig verbissen und dadurch in ihrem Höhenwachstum stark behindert. Weniger schmackhafte Kiefern oder Fichten überwachsen sie, es kommt zur Entmischung der Waldverjüngung. Das ist fatal, denn gerade jetzt brauchen wir eine möglichst große Artenvielfalt im Wald. Denn welche Arten sich im Klimawandel am besten behaupten, ist zum großen Teil Spekulation.

Aktuell geht man von mehreren hunderttausend Hektar Schadflächen aus. Dort sollen in Zukunft klimatolerantere Mischwälder wachsen. Doch wie soll das funktionieren, wenn zu viele Rehe und Hirsche die Jungpflanzen zu Bonsais verbeißen oder ganz vernichten?

  • Sollen alle Flächen eingezäunt werden? Nein!
  • Soll man alle jungen Pflanzen mit einer Plastikhülle schützen? Nein!
  • Akzeptiert man stillschweigend, dass wieder Nadelholzmonokulturen entstehen, die nach kurzer Zeit wieder zusammenbrechen? Nein!

Es ist endlich an der Zeit, die Verantwortung der Jagd für gesamtgesellschaftliche
Interessen wie einer naturnahen Waldentwicklung anzunehmen und flächendeckend umzusetzen. Dazu sind Anpassungen der jagdrechtlichen Rahmenbedingungen notwendig.

Wir brauchen

  • Rechtliche Grundlagen für moderne Jagdstrategien wie großflächigen Drückjagden, z.B. bzgl. des Überjagens von Hunden oder einem Schießleistungsnachweis
  • Anpassung der Jagdzeiten an geänderte Vegetationszeiten und Synchronisierung für alle Schalenwildarten
  • Forstliche Gutachten zur Erfassung des Zustandes der Waldverjüngung als verbindliche Grundlage für die Abschussplanung in allen Bundesländern
  • Mehr Freiheiten für Verpächter, z.B. die Abschaffung von Mindestpachtzeiten


Angepasste Wildbestände sind die unabdingbare Voraussetzung für die Bewältigung der Klimakrise im Wald!

gez. Elisabeth Emmert
Vorsitzende

gez. Mathias Graf von Schwerin
Stellv. Vorsitzender