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Eigenbewirtschaftung in der Jagdgenossenschaft  Steinekirch

- die Situation nach drei Jahren -

Vor der Jahreshauptversammlung des ÖJV-Bezirks Schwaben am 24.5.2019 hatten wir die Möglichkeit, einmal nicht im Süden, sondern in der Mitte von Schwaben eine Eigenbewirtschaftung zu besuchen.
Der 1. Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Herr Landwirtschaftsmeister Alois Kaiser, erläuterte vorab die Entwicklung von der Verpachtung zur Eigenbewirtschaftung und warum man sich dieser Aufgabe gewidmet hat.
Wie meistens war man in der JG weder mit den Verjüngungserfolgen im Wald noch mit den Schwarzwildschäden im Feld einverstanden. Trotz angeblich hoher Abschusszahlen änderte sich im Wald nichts. Bei einer Neuverpachtung wollten potenzielle Pachtinteressenten auch die Wildschweinschäden nur teilweise übernehmen. Das führte zu einem Umdenken und einer radikalen Abkehr von dem bisher gewohnten System.
Jagdvorstand Alois Kaiser:
„Eigenbewirtschaftung bedeutet für uns, die jagdliche Verantwortung für die land- und forstwirtschaftlichen Flächen selbst zu übernehmen - zum Wohl der Jagdgenossen und der Bewirtschafter.“
Zunächst ist es gelungen, durch einen weitgehenden Abbau der Kirrungen und gleichzeitig eine konsequente Jagd die Schwarzwildschäden weitgehend zu eliminieren. Dass dies mit der Eigenbewirtschaftung möglich ist, sollte auch für Mittel- und Nordschwaben Schule machen, weil dieses Problem bisher eine Ausbreitung der Eigenbewirtschaftung einschränkte. Anreize für die Jäger bis zur kostenlosen Abgabe des Wildbrets an diese sind hier sicher ein probates Mittel. Beim Waldbegang fiel auf, dass schon nach drei Jahren ein deutlicher Fortschritt erkennbar ist. Es gibt inzwischen bei einem papiermäßig gleichen Abschuss wie in der Pachtzeit eine erfreulich zunehmende Tannenverjüngung. Die Jagdgenossenschaft ist sich ihrer Sache so sicher, dass jetzt alle Pflanzungen ohne Verbißschutz ausgebracht werden.
Nach vielen anfänglichen Widerständen ist die Eigenbewirtschaftung in Steinekirch auf einem guten Weg und ist Beispiel und Anregung auch für andere Bereiche in Schwaben.

Dr. Walter Mergner