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Gemeinsam erfolgreich jagen

16 Wildschweine, 32 Rehe und drei Füchse bei Toerring’scher Eigenjagd erlegt

Foto: Jäger
Foto: Jäger

Artikel aus dem Alt-NEUÖTTINGER Anzeiger


06.12.2019 | Stand 05.12.2019, 18:46 Uhr

Die Jagdhornbläser verblasen die Symbolstrecke. Der Abschluss eines erfolgreichen gemeinsamen Jagdtages. −Foto: JägerDie Jagdhornbläser verblasen die Symbolstrecke. Der Abschluss eines erfolgreichen gemeinsamen Jagdtages. −Foto: Jäger

Winhöring. Gemeinsam jagten jetzt die Toerring’sche Eigenjagd Winhöring und das Gemeinschaftsjagdrevier Winhöring II auf Sauen und Rehwild. Es war die erste Jagd dieser Art. Sie fiel mit einer Gesamtstrecke von 16 Wildschweinen, 32 Rehen und drei Füchsen unerwartet gut aus, so die Einschätzung der Jäger.

Erst vor kurzem hat in Polen die Afrikanische Schweinepest (ASP) die Grenze zu Brandenburg erreicht. Ein Überspringen auf Deutschland gilt als schwer vermeidbar. Dies hätte schwere Auswirkungen, sowohl auf landwirtschaftliche Betriebe wie auch auf die gesamte vor- und nachgeschaltete Wirtschaft wie Futtermittelunternehmer, Metzger, Schlachthöfe oder den Lebensmitteleinzelhandel. Zur Schadensbegrenzung sei eine Reduzierung der Schwarzwilddichte dringend geboten, so die Jäger.

Aber nicht nur die ASP mache eine Bejagung der Schwarzkittel, wie es im Jägerjargon heißt, nötig, sondern auch enorme Schäden an Äckern und Wiesen. Die Sauen fühlen sich seit Jahren auch in den feuchten Gräben rund um das Winhöringer Holzland wohl und graben auf Nahrungssuche ganze Wiesen um. Auf der normalen Ansitzjagd sind die Tiere nur schwer und unter enormen Zeitaufwand zu erwischen – auch weil die Sauen weit über Jagdreviergrenzen hinweg agieren.

Die Winhöringer Jäger nutzen zum Informationsaustausch die Internetplattform "Bürgerplattform Wildtiere in Bayern", in der Schäden, Beobachtungen und Erlegungen dokumentiert werden. Ein weiterer Schritt der Zusammenarbeit war eine erste gemeinsame Drückjagd von vier Jagdrevieren. Einen ersten Versuch gab es 2017, damals noch ohne Freigabe von Rehwild. "Das war ein Fehler, aber aus Fehlern lernt man", gestand Armin Hirt, Förster der gräflichen Forstverwaltung, denn die Rehe würden ohnehin mitbejagt und es stehe dem nichts entgegen, wenn das Rehwild zur Erfüllung der staatlichen Abschusspläne miterlegt wird.

"So eine Jagd braucht viel Vorbereitung", so Ulrich Haizinger. Am Ende ging die Rechnung der Jagdleiter Hirt und Haizinger auf. Schon an der Anzahl der Schüsse habe man während der Jagd den Erfolg ahnen können. Viele Rehe seien gesehen, aber nur ein geringer Anteil tatsächlich erlegt worden. Hätte das Ergebnis von 32 Rehen und 16 Sauen mit der üblichen Ansitzjagd erreicht werden müssen, hätten die Winhöringer Jäger viele Hundert bis Tausend Stunden benötigt.

Vor dem Schloss Winhöring wurde symbolisch, mit den drei an diesem Tag erlegten Wildarten, Strecke gelegt. Die Jagdhornbläser verbliesen die Strecke und Hans Veit, Graf zu Toerring-Jettenbach verteilte an die erfolgreichen Schützen den Schützenbruch (ein kleiner Tannenzweig). Er schlug vor, auch nächstes Jahr wieder eine gemeinsame Jagd zu veranstalten. − red