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Reaktion auf PM des BJV zu hunting4future

Verleumderisch und unseriös

Der Bericht zu hunting4future vom 6. Febr. 2020 in den Nürnberger Nachrichten wird vom Bayerischen Jagdverband (BJV) in einer Pressemitteilung vom Februar 2020 sinnwidrig und angereichert mit Unterstellungen und Verdrehungen aufgenommen. 
 
Der BJV hat den Bericht in den NN in fragwürdiger Weise aufgenommen und kommentiert. Hier ein Auszug, der exemplarisch die böswilligen Verdrehungen und Sinnentstellungen dokumentiert: 

Aus der Pressemitteilung des BJVs: 
"Selbsternannte Ökojäger machen mobil gegen das Reh
Eine kleine Gruppe selbsternannter Ökojäger blasen zum Kampf gegen das Reh. Sie sehen im Rehwild den größten Feind des Waldes und kämpfen laut zahlreichen Medienberichten „mit dem Gewehr gegen den Klimawandel“. „Wo man nicht schießt, wächst der Wald nicht“, heißt die Parole. Fragen nach einer tierschutzgerechten Jagd und nach Muttertierschutz werden als Sentimentalität abgetan. Auch die sorgfältige Erzeugung eines wertvollen Lebensmittels spielt da oft keine Rolle mehr. Nur draufhalten und totschießen ist die Devise, wenn man die Statements aus dem so genannten Ökologischen Jagdverein hört." 

Richtig ist: 

  • Wir machen weder "mobil" noch führen einen "Kampf" gegen das Reh.  Diese Rhetorik von "Kampf", Mobilmachung und "Feldzug" entstammt dem Denken des BJVs. 
  • Wir sind "Ökojäger", weil für uns und für die seriöse Wissenschaft das Zusammenspiel von Lebensraum und Wild, von Pflanzen und Pflanzenfressern, der richtige Ansatz ist. Damit stützen wir uns auf allgemein anerkannte ökologische Grundätze. Die Titulierung "selbsternannt" soll wohl suggerieren, dass  unsere Sicht unhaltbar und rein subjektiv ist.  
  • Wir sehen im Rehwild nicht "den größten Feind des Waldes". Denn das Rehwild kann überhaupt nichts dafür, dass es von unvernünftigen Jägern in Dichten gehalten wird, die dem Wald gravierend schaden. Wir halten es für grundsätzlich falsch, Tieren feindseliges Verhalten zu unterstellen und damit Schuld für fehlerhaftes menschliches Verhalten anzulasten oder gar eine "Schuld" zuzusprechen, denn die Schuldfrage setzt immer ein entsprechendes Bewusstsein voraus,  das im Gegensatz zum Tier nur der Mensch  hat. 
  • Die Überschrift "Mit dem Gewehr gegen den Klimawandel" im Bericht der NN ist eine komprimierte und pointierte Zusammenfassung. Diese besagt schlicht und einfach , dass der Aufbau stabilerer Wälder im Zeitalter des Klimawandels nur bei angepassten Schalenwildbeständen möglich ist. 
  • „Wo man nicht schießt, wächst der Wald nicht“: In unserer Kulturlandschaft müssen Schalenwildbestände angepasst werden, weil sie keine natürlichen Feinde mehr haben und ansonsten ihren Lebensraum, z.B. den Wald, zerstören würden. Dieses Anpassen erfolgt völlig legitim durch das Erlegen, durch das "Schießen" von Tieren. 
  • Wir sprechen uns nirgends gegen eine "tierschutzgerechte Jagd" oder den "Muttertierschutz" aus und tun dies auch nicht als Sentimentalität ab. Tierschutz und verantwortungsvoller Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen (GG 20a) nehmen wir sehr ernst. 
  • Dass Wildfleisch ein wertvolles Lebensmittel ist, wissen wir zu schätzen. Bei der Jagd geht es ganz im Sinne des Tierschutzgesetztes (§ 1, §4 und §17) um das Töten von Tieren, um Schäden abzuwehren und/oder diese Tiere als wertvolles Lebensmittel zu nützen. 
  • Wir stehen dazu, dass wir durch "Totschießen" den im Zeitalter des Klimawandels dringend nötigen Waldumbau durch das Herstellen angepasster Schalenwildbestände stützen.  Und wir fragen uns, wie im  Bayerischen Jagdverband (BJV) Tiere "erlegt" werden (in der Jägersprache Fachbegriff für "getötet" werden) ohne sie "totzuschießen".  

 
Auch viele der weiteren Ausführungen in der PM des BJVs verdrehen Tatsachen oder sind Halbwahrheiten. Wer sich die Mühe machen will, den NN-Artikel und die BJV-PM zu vergleichen, kann dies hier tun: 

NN-Artikel zu hunting4future: 
https://www.nordbayern.de/


PM des BJVs:

https://www.jagd-bayern.de/

Dr. Wolfgang Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern)