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ÖJV Hundekurs zur Vorbereitung auf die Brauchbarkeitsprüfung im Oberland

Am Sonntag, 07. April 2013 hat im Oberland ein ÖJV Hundekurs zur Vorbereitung auf die Brauchbarkeitsprüfung begonnen. Rechtzeitig vor Beginn der neuen Jagdsaison gingen sechs Hundeführer mit ihren treuen Begleitern an den Start, alle mit dem gleichen Ziel, ihren Hund als verlässlichen Begleiter für die Jagd fit zu machen.

Dr. Maria Bauer, Jagdzentrum Weihenstephan und Katharina Schreiber begleiten die Teilnehmer auf ihrem Weg, ein eingespieltes Team zu werden und die Sinne und Leistungen des Hundes erfolgreich auf der Jagd einsetzen zu lernen.

Die nächsten Sonntage sind also verplant: Gehorsam üben, Leinenführigkeit, Fährtenarbeit, Sozialverträglichkeit, Schussfestigkeit, Verhalten am Stand, Erfahrungsaustausch und vieles mehr. In dem kompakten Kursangebot werden die Teilnehmer auf die anspruchsvolle Prüfung vorbereitet. Die Stunden vergehen wie im Flug und dabei macht sich so mancher Teilnehmer seine Gedanken:

"Sonntag früh, raus aus dem Bett “oje“, mit dem Hund nochmal kurz Gassi gehen, dann geht´s ins Revier Hofolding. Meine Hausaufgaben habe ich gemacht, zumindest fleißig Gehorsam geübt. Zu Hause klappt ja alles prima, aber in der Hundemeute im fremden Revier wird der Vormittag sicher wieder zur Herausforderung. Ist mein Hund noch auf der richtigen Spur oder ist grad vorher wieder mal ein Reh durchgewechselt? Ist er dennoch auf der roten Fährte oder folgt er zielstrebig mit tiefer Nase der Verleitung? Leinenführigkeit durchs Stangenholz lässt sich wohl bewältigen. Aber kommt mein Brackenhund auf Pfiff, oder geht die Jagdpassion mit ihm durch? Lässt er sich stoppen, wenn ich ihn zum Suchen schicke? Kann ich ihn heute mit meinen Wiener Würstchen bestechen? Nach harter Arbeit bin ich froh, wenn die wohlverdiente Pause mit Kaffee und Kuchen naht. Bis zur Prüfung heißt es durchhalten.“


Aber auch den Hunden geht so manches durch den Kopf:

"Sonntagmorgen, viel früher als sonst, geht Herrchen noch schnell eine Runde Gassi mit mir. Dann geht die Fahrt nach Hofolding. Da soll ich in die „Hundeschule“. Was soll ich denn da? Ich brauch mein Herrchen eigentlich gar nicht zum Jagen. Lernen wie man einer Schweißfährte folgt – mit meiner feinen Nase kann ich das doch schon. Wenn der wüsste, dass mich die frischen Fährten viel mehr interessieren. Dann soll ich minutenlang neben so einem leckeren Stück Wild liegen bleiben, wo ich doch so Appetit drauf habe. Ich soll lernen, dass ich auf Doppelpfiff zu meinem Herrchen komme. Der weiß doch genau, dass mir meine Freiheit viel wichtiger ist. Schließlich werde ich zum Suchen geschickt und wenns interessant wird, soll ich stoppen!! Wenn´s heiß hergeht und die Kugeln fliegen, soll ich ruhig auf meinem Hintern sitzen bleiben! Naja zur Belohnung gibt es ja ab und zu ein Leckerli. Besonders gern mag ich Wiener Würstchen. Bin ich froh, wenn der ganze Schmarrn vorbei ist.“

Trotz dieser unterschiedlichsten Gedanken geht es voran, die Teams machen große Fortschritte und stellen sich und ihre Hunde bei der Brauchbarkeitsprüfung am Freitag, 14. Juni 2013 unter Beweis. Dann werden die Bracken Bertl, Franzi, Franz, Filou und Ilka sowie die Schweißhündin Afra zeigen, dass sie sich alle miteinander gut verstehen, dass sie ihre Schweißfährte sicher und konsequent bis zum erlegten Stück verfolgen, dass sie führig im Stangenholz ihren Herrchen folgen. Sie haben gelernt, dass es sich lohnt auf Herrchen zu hören, geduldig am Stück abgelegt zu warten, zu stoppen und zu kommen auf Zuruf oder Pfiff und vieles mehr. Sie haben neue Freunde gewonnen und viel Spaß gehabt.   

Aber es ist noch nicht zu Ende, alle Hunde machen weiter und ergänzen das Modul im Herbst mit dem Stöbernachweis. Dann kann die Drückjagdsaison beginnen.

Ich wünsche mir, dass die Jäger und ihre Hunde eingespielte Teams werden, dann macht die gemeinsame Jagd die größte Freunde.  

Katharina Schreiber

Eindrücke von der Prüfung