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„Der (Wald-)Jagdgebrauchshund in Alltag und Familie“

war der Titel eines 2-Tages-Seminars mit Anke Lehne am 16./17.04.2016 beim ÖJV Bayern.

Frau Dipl. Biol. Anke Lehne ist Autorin des Buches „Zeitgemäße Jagdhundeführung im Alltag und im Revier“ sowie Inhaberin der Hundeschule „cane companion“.

Am Samstag vormittag wurde auch mittels einiger kurzer Videosequenzen theoretisches Wissen zur Hundeausbildung vermittelt.

Frau Lehne legte Wert auf die Feststellung, dass sich die Einstellung des Menschen zum Hund  - auch als Jagdhelfer - im Lauf der Zeit sehr gewandelt habe. Damit einhergehend müssen sich auch die Ausbildungsweisen von der tradierten par-force-Dressur zu modernen Methoden verändern. Die Lerngesetze müssen durch Trainer/innen und Hundeführer/Innen verstanden und beachtet werden.

Vor dem Training ist es wichtig, dass der Hundeführer das Trainingsziel präzisiert und klar definiert. Das Trainingsziel soll positiv beschrieben werden: Es zeigt sich ein Unterschied in der Einstellung, wenn man sagt: „Ich möchte, dass es mein Hund unterlässt, an der Leine zu ziehen“ oder formuliert „Ich möchte, dass mein Hund an lockerer Leine geht“ (= das Ziel positiv definiert).

Die Schwerpunkte des Seminars, insbesondere
die Vermittlung eines Markers (Click-Geräusch mittels Clicker, „Zungenclick“ oder ein verbales Signal als Hinweis für den Hund: jetzt folgt eine Belohnung),
die Leinenführigkeit und
die Impulskontrolle
wurden ab Samstag nachmittag im Revier praktisch geübt.

Im Rahmen der Impulskontrollübungen erhielten die Teams Anregungen wie sie ihre Hunde dabei unterstützen können, dass sie lernen, sich selbst zurückzunehmen und, wenn sie erregt sind, sich noch unter Kontrolle zu halten.

Auch Ruheübungen wurden angesprochen, um die „Steadiness“ der Hunde erhöhen zu können – „Man kann Hunden keine Ruhe befehlen“.

Trotz immer wieder einsetzenden Regens waren die Hundeführer/Innen und ihre Hunde lernbereit, wobei zur guten Laune der Hunde sicherlich die zahlreichen „Leckerlis“ beitrugen, die bereits bei kleinen erfolgreichen Lernschritten gegeben wurden.

Das Seminar vermittelte im Hinblick auf die tradierten, oftmals mit starken Zwang und damit tierschutzwidrig einhergehenden Methoden Impulse zu einer alternativen Art der Ausbildung von Hunden.

Sonntag nachmittag waren alle sichtlich müde und traten mit vielen Gedanken über die gewonnenen Eindrücke die Heimreise an.

Andrea Kühne