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Die beste Investition seit dem Jagdkurs

Anschussseminar des ÖJV – Bayern in Brunnau

… und mit der besten Investition ist kein Nachtzielgerät, Wärmebildkamera oder eine besondere Waffe gemeint, nein mit der „besten Investition seit dem Jagdkurs“ meine ein Teilnehmer das Anschussseminar des ÖJV – Bayern mit Stefan Mayer und Hubert Kapp in Brunnau Ende April.

Aber der Reihe nach: Am Samstag um sieben Uhr begannen die beiden Referenten mit den Anschüssen. Der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten stellte dafür freundlicherweise ein Stück Schwarzwild zur Verfügung. Die beiden Referenten beschossen den Überläufer in verschiedenen Situationen vom Stand oder auch vom Hochsitz aus und produzierten so unterschiedliche Laufschüsse, Krellschüsse und auch Äserschüsse. Realistischer ist dies kaum mehr zu bewerkstelligen.

Um neun Uhr trafen dann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, die gleich am Anfang zu ihren Vorstellungen, Erwartungen aber auch Jagderfahrungen befragt wurden. Nach einer kurzen Vorstellung der Referenten und einem kurzen Abriss der Entstehung der Schweißhundestation Südschwarzwald, erläuterten Stefan Meyer und Hubert Kapp umfangreich das Thema „Schuss und Anschuss“, untermalt mit aktuellem Bild- und Filmmaterial.

Gut gestärkt ging es am Nachmittag dann raus ins Revier. Aufgeteilt in mehreren Gruppen stand dann die Praxis auf dem Programm. Die am Morgen produzierten Anschüsse wurden untersucht und lösten bei vielen Teilnehmern einen „Aha – Effekt“ aus. Immer wieder wurde durch Stefan Mayer und Hubert Kapp betont, dass nicht die Schweißmenge oder der Schweiß an sich das Entscheidende ist, sondern was das Geschoss an  Pirschzeichen produziert. Alle gefundenen Pirschzeichen sind von größerer Bedeutung als Schweiß! Das Gehirn muss die Farbe Rot regelrecht ausblenden, dann kann der Anschuss gründlich und nicht nur oberflächlich untersucht werden. Plötzlich werden weiße Knochensplitter, schwarze Borsten oder auch Darminhalt entdeckt. Aufgrund des Bodens war es im ein oder anderen Fall auch möglich den Kugelriss nach zu vollziehen. Der Kugelriss ist oft als  gerader Strich auf der Bodenoberfläche zu erkennen.

Im Laufe des Nachmittags räumten die Referenten auch mit dem einen oder anderen „Märchen“ rund um den Anschuss auf und langjährige Jagdscheininhaber waren oft genauso überrascht wie die erfreulich hohe Anzahl von Jägerinnen und Jägern mit noch sehr wenigen Jahresjagdscheinen. Es war für jeden etwas dabei.

Und was hatte es jetzt mit der besten Investition seit dem Jagdkurs auf sich?
Diese Aussage traf ein Teilnehmer in der abschließenden Feedback – Runde auf die Frage, was ihm das Anschussseminar brachte.
Ein besseres Fazit zu unserem Anschussseminar gibt es nicht.
 Auch bei der dritten Veranstaltung, die der ÖJV – Bayern  mit Stefan Mayer und Hubert Kapp durchführte war für jeden Teilnehmer etwas dabei und lässt den Schuss und Anschuss unter einem neuen Blickwinkel erscheinen. Für den ÖJV – Bayern wieder eine Veranstaltung aus der Praxis und für die Praxis. Nur gut ausgebildete Jägerinnen und Jäger können zukunftsorientiert die Jagd im Sinne des ÖJV betreiben, denn der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt.

Uwe Köberlein