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"Lesen lernen" mit Hans-Joachim Borngräber

Oder: Nachsuchenfortbildung mit dem Fährtenschuh

Auch im Jahr 2015 wurde die Seminarreihe zum Thema "Schweißarbeit" mit Hans-Joachim Borngräber fortgesetzt und so trafen wir uns am 18./19. April 2015 unter dem Motto "Schalenwild kann nicht fliegen - meinen Hund lesen lernen". Wieder waren interessierte HundeführerInnen, insg. 13 Gespanne und zwei Beobachter zusammengekommen, um sich intensiv und praxisorientiert mit dem  Thema "Nachsuchenarbeit mit dem Fährtenschuh" auseinanderzusetzen. Dass Borngräber hier die Adresse Nummer 1 ist, muss nicht mehr sonderlich erwähnt werden.
Wie auch bisher fand der praktische Teil im ÖJV-Lehrrevier in Brunau, der theoretische in Altenfelden statt.
Samstagmorgen erläuterte Borngräber zunächst sein Konzept der Stationenausbildung mit dem Fährtenschuh. So setzt sich das Erkennen (= Lesen) des suchenden Hundes aus drei Aspekten zusammen:
1) Erkennen: Ist der Hund auf der richtigen Fährte: ja oder nein
2)  Wie verhält sich der Hund, wenn er von der Fährte ist: "Verleitung"
3) Korrigiert sich der Hund selber oder muss er durch den Führer unterstützt werden?

Da uns die Praxis wichtig war, ging es aber noch vor der Mittagspause hinaus, um nach den theoretischen Vorgaben Fährten zu legen. Die auf einer Wiese parallel gelegten Fährten wurden alle gerade, ausschließlich mit dem Fährtenschuh und Schwarzwildschweiß, der Abschlussteil allerdings ganz ohne Schweiß  gelegt. Durch diese Fährten zogen zwei Helfer je zwei Verleitschleppen mit Wildkaninchen.
Nach dem Mittagessen wurden diese Fährten nach den theoretischen Vorgaben des Vormittags gearbeitet. Alle TeilnehmerInnen konnten jede Einzelarbeit mitverfolgen. Borngräber begleitete jedes Gespann und gab im Anschluss im kleinen Kreis Hinweise und Verbesserungsvorschläge. Zudem wurden alle Fährtenarbeiten gefilmt, so dass sich jeder im Nachhinein seine Arbeit nochmals ansehen kann. – Wir waren erleichtert, dass alle ihre Arbeit mehr oder weniger gut machten und niemand wirklich aus der Reihe fiel!

Spätnachmittags legten wir dann nach dem gleichen Muster längere Fährten im Wald. Bei diesen Fährten begann dann, nachdem auch hier Verleitschleppen gelegt worden waren, die Arbeit am Sonntagmorgen.
Nach dem Mittagessen gab Borngräber abschließend eine grundsätzliche Einschätzung unserer Arbeit. Dabei hörten wir gerne, dass unserem Schweißhundekreis ein „hohes“ Niveau bestätigt wurde.
Wer Hans-Joachim Borngräber kennt, weiß, dass er sehr markig und direkt sein kann. Unser Hundekreis hat dies gut verdaut, so dass wir wieder ein hochinteressantes und „würziges“ Seminar erleben konnten. Und umgekehrt hatte ich auch diesmal den Eindruck, dass sich Hans-Joachim Borngräber bei uns sichtlich wohl fühlte.
Ich darf mich einmal bei Hans-Joachim Borngräber herzlich bedanken: wir waren uns alle einig, dass wir von seiner reichen Erfahrung profitiert haben! Ich darf ihm weiter danken, dass er sich nicht scheut, beim ÖJV Seminare zu geben, auch wenn andere Hundeleute und –verbände hier leicht „rot“ sehen.
Ein solches Seminar will organisiert sein. Deshalb gilt ein besonderer Dank auch Uwe Köberlein, dessen Planung perfekt war. Daneben darf ich mich bei allen, sowohl bei den ÖJV´lern  wie den Nicht-ÖJV´lern, herzlich für ihr engagiertes Mitmachen bedanken. 
Nun gilt es das Erlernte zu festigen und auszubauen und weiter mit unseren Hunden zu arbeiten. Der ÖJV Bayern wird im Hundebereich weiter am Ball bleiben.

Dr. Wolfgang Kornder
(Teilnehmer und Vorsitzender des ÖJV Bayern)