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Bericht vom Fährtentreffen in Egenhausen, Mfr.

Über Ostern 2013 trafen sich einige Hundesportler aus dem Fährtenhundforum (http://www.faehrtenhundforum.de) zum mittlerweile 10. Mal im schönen Egenhausen in Mittelfranken. Dank des freundschaftlichen Kontaktes zu den Jagdpächtern Kai Evers und Hans Webersberger, die uns dort jedes Jahr Gelände zur Fährtenausbildung unserer Hunde zuweisen, ist dieses inzwischen schöne Tradition gewordene Treffen über die Jahre hinweg möglich. An dieser Stelle von uns allen noch mal ein herzliches Dankeschön!

Das sportliche Fährten nach diversen Prüfungsordnungen des VDH unterscheidet sich von der jagdlichen Nachsuche.

Sportfährtenhunde lernen, ausschließlich dem Geruch einer Bodenverletzung zu folgen. Der Individualgeruch des Fährtenlegers spielt dabei eine minimale bis keine Rolle. Schweiß o. Ä. wird dabei nicht verwendet. Nebengerüche, auch von Wild, lernt der Hund zu ignorieren.

Beim Gehen einer Person über natürlichen Boden (Wiese, Acker etc.) entsteht durch die Trittsiegel eine Bodenverletzung: Pflanzenteile werden zerquetscht und umgeknickt, der Boden aufgerieben und verdichtet. Dadurch werden Pflanzensäfte freigesetzt, Fäulnisprozesse in Gang gesetzt und Bodenbakterien werden aktiviert. All dies erzeugt einen Geruch – das ist der Geruch, dem Sportfährtenhunde folgen.

Erwünscht ist dabei die ununterbrochen tief, direkt über dem Boden, getragene Nase und die Ausarbeitung (Abriechen) eines jeden einzelnen Trittsiegels. Abkürzen der Winkel, seitliches Abkommen von der Fährte und Stöbern im Wind ist unerwünscht.

Die Fährten liegen je nach Prüfungsstufe zwischen 15 Minuten und 3 Stunden. Sie sind zwischen 300 und mehr als 1800 Schritten lang. Es können Geländewechsel und Wegüberquerungen darin vorkommen. Ferner sind Winkel in verschiedenen Formen, Bögen und Verleitungen in Form von frischeren Fährten die die Ursprungsfährte kreuzen, zu meistern. Folgt ein Hund einer dieser frischeren Verleitungsfährten, wird die Prüfung an dieser Stelle abgebrochen und der Hund ist durchgefallen.

Auf der Fährte liegen mehrere Gegenstände, die der Fährtenleger ausgelegt hat (10 x 2 x 1 cm große Stücke aus Stoff, Holz, Kork etc.) und die der Hund durch Hinlegen, Setzen oder Stehen bleiben anzeigen muß, bis der Hundeführer diese an sich genommen hat und den Hund zum Suchen weiter schickt. Andere Gegenstände, welche nicht vom Fährtenleger stammen oder Müll auf der Fährte, lernt der Hund geruchlich zu differenzieren und zu ignorieren.

Der Hundeführer folgt seinem in der Regel angeleinten Hund in einer Entfernung von 10 Metern.


Der übliche Weg, einem Hund diese Art der Nasensuche beizubringen, besteht darin anfangs in jedem einzelnen Trittsiegel ein kleines Futterstückchen zu platzieren und am Ende eine dem Hund angepasste Belohnung (Futter, Spielzeug). Mit steigender Erfahrung des Hundes wird das Futter reduziert, und (spätestens in der Prüfung) komplett abgebaut.

Diese Fährtenarbeit ist für fast jeden Hund eine artgerecht auslastende, sinnvolle und schöne Beschäftigung, auch wenn keine sportlichen Ziele in Form von Prüfungen verfolgt werden. Dementsprechend konnte man beim Treffen auch die verschiedensten Hunderassen sehen, die allesamt Freude an der Ausarbeitung ihrer Fährten hatten: Schäferhunde, Schnauzer, Yorkshireterrier, Deutsche Doggen, Entlebucher Sennenhunde, Australian Cattle Dogs, Pinscher und Mischlinge.

Wir bedanken uns hiermit noch einmal für die nette Betreuung und Gespräche durch Hans und Kai und hoffen auf ein Wiedersehen in 2014!