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Waschbären - eine unterschätze Gefahr für unsere Jagdhunde!

Bei einer Drückjagd in Brandenburg ereignete sich Folgendes:

Dina, eine sehr erfahrene Deutsche Jagdterrier-Hündin, hatte während der Stöberarbeit einen Waschbären mit einem Kehlgriff gepackt.

Bevor die Hündin den Waschbären abwürgen konnte, stürzten die Kontrahenten ins nahe Wasser.

Unter Wasser konnte die Hündin den Griff mangels Sauerstoff offenbar nicht halten. Der Waschbär und die Terrierhündin erschienen getrennt an der Wasseroberfläche. Wer glaubt, dass der Waschbär die Flucht ergriffen hätte., täuscht sich. Der Waschbär sprang rittlings auf die nach Luft ringende Terrierhündin, krallte sich in deren Rücken fest und biss von oben in den Nacken und Kopf der Hündin, dabei drückte er sie weiterhin immer wieder unter Wasser.

Die Hündin konnte nur durch das beherzte Eingreifen einer erfahrenen Mitjägerin gerettet werden, die zufällig in der Nähe des Geschehens war. Ein paar Sekunden später und der Waschbär hätte die erschöpfte Hündin ertränkt.

Der Waschbär flüchtete sich angesichts der Übermacht schlussendlich auf einen Baum und konnte erlegt werden.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es von anderer Seite bekannt war, dass in Mecklenburg und Brandenburg bereits mehrere Deutsche Jagdterrier und ein Deutsch Kurzhaar  von Waschbären ertränkt worden sind.

In Nordamerika, der ursprünglichen Heimat der Waschbären, ist diese Vorgehensweise der kleinen Bären, sich unliebsamen Jagdhunden zu entledigen, bekannt.

Selbst sog. Coon Dogs(Gewicht zwischen 29 und 50 kg), die unter anderem speziell für die Waschbärenjagd eingesetzt werden,  sind von dieser Gefahr betroffen.


mitgeteilt von: Andrea Kühne

Anmerkungen der Bundesvorsitzenden Elisabeth Emmert und des ÖJV Bayern zum Waschbären

Um Missverständnissen zu dem Bericht „Waschbären – Eine unterschätzte Gefahr für Hunde“ vorzubeugen, sei angemerkt, dass er sich weder nach Meinung der Verfasserin, Andrea Kühne, noch nach Meinung des ÖJV als Aufruf zur Waschbärenbekämpfung versteht. Dies wird auch nirgends gefordert oder suggeriert. Der Bericht von Andrea Kühne soll lediglich mögliche Gefahren für Hunde in der Begegnung mit Waschbären bewusst machen, auch wenn es sich um bedauernswerte Einzelfälle handelt.

Leider kursieren in den Medien mittlerweile reißerische Schlagzeilen wie „Süßes Tierchen oder Hunde-Killer? Waschbären töten Deutschlands Jagdhunde“, „Die Angriffe kommen unerwartet. Ein gezielter Nackenbiss und der Jagdhund ist tot.“ oder so realitätsfremde Horrorszenarien des eigenbrötlerischen Einzelgängers wie: „’Die Waschbären agieren in der Gruppe’, heißt es beim Landesjagdverband. Mehrere würden den Hund durch Bisse in die Flanke zunächst ablenken. Dann springe ein Waschbär dem Hund auf den Rücken und töte ihn durch gezielte Bisse in Nacken und Kehle.“.

Der ÖJV plädiert für den Verbleib des Waschbären im Jagdrecht. Die Liste der jagdbaren Tierarten soll nur noch solche enthalten, die tatsächlich bejagbar sind und sinnvoll verwertet werden. Gefährdete Arten sollen dem Naturschutzrecht unterliegen. Die Verhütung von gravierenden Schäden in Naturhaushalt und Landeskultur kann nur dann alleiniger Bejagungsgrund sein, wenn diese nachgewiesenermaßen auch dadurch zu beheben oder zu verhindern sind. Für den Waschbär gibt es bis jetzt keine Hinweise, dass er andere Arten in ihrer Existenz bedroht oder gefährdet. Ein Sonderfall wie ein evtl. negativer Einfluss auf die vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröte kann nicht Rechtfertigung für Vernichtungsfeldzüge unter dem Vorwand des Artenschutzes sein.

Der ÖJV ist nicht grundsätzlich gegen die Bejagung von Waschbären, wenn sie mit einer sinnvollen Nutzung, z.B. der Nutzung des Felles, gekoppelt ist und er eine angemessene Schonzeit erhält.

Der Waschbär - Ein Neubürger in Deutschlands Wildbahn

Artikel aus der Ökojagd 02-2006 von Frank G. Wörner

Der Waschbär - Ein Neubürger in Deutschlands Wildbahn
Frank G. Wörner - Der Waschbär, ÖkoJagd
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