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Exkursion zum Thema „Strukturverbesserung in der Feldflur“

Oberhaunstadt, Gutstr. 7, 85055 Ingolstadt

10.04.2015, 16.00 - 18.00 Uhr

Der ÖJV Bayern beschäftigt sich zunehmend mit der Strukturverbesserung in der Feldflur. Aus diesem Grunde machten sich Birgit Eitner, Helmut Schultheiß und Dr. Wolfgang Kornder nach Ingolstadt auf, um zusammen mit weiteren interessierten im Betrieb Klaus Wittmann in Oberhaunstadt, der von Ferdinand Bugany geleitet wird, gelungene Beispiele zur Strukturverbesserung anzuschauen.


Herr Bugany arbeitet als Verwalter in dem 210 ha großen Landwirtschaftsbetrieb, das sich direkt am Stadtrand von Ingolstadt neben den Audi-Werken befindet. In dieser Lage besteht ein sehr hoher Besucherdruck mit dem damit verbundenen Störungspotential. Die besichtigte Fläche liegt rund um den Hof, ist allerdings von der neuen Bahnlinie Nürnberg – München durchschnitten. Das ist einerseits als große Störquelle anzusehen, andererseits profitiert die Natur von den dafür geschaffenen Ausgleichsflächen.


Dem Besitzer des konventionell geführten Betriebes, Klaus Wittmann, aber auch seinem Verwalter, Ferdinand Bugany, sind der Artenschutz und gezielte Biotopverbesserungsmaßnahmen ein großes persönliches Anliegen.


Sofort fallen die verhältnismäßig vielen nicht genutzten Flächen  auf. Dabei handelt es sich um Ausgleichsflächen, die z.T. in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde gepflegt werden, und um Stilllegungsflächen an besonders geeigneten Stellen, z.B. an Gräben. Typische Wiesenbereiche sind und bleiben Wiesen. Die vom Betrieb freiwillig nicht bewirtschafteten Flächen können wechseln. An besonderen Biotopstrukturen, wie z.B. an kleinen Feldgehölzen, lässt Herr Bugany ganz bewusst kleine Randstreifen ungenutzt, auf anderen Flächen mäht er, bzw. sät er auch bestimmte Blühmischungen ein, die dem Niederwild, aber auch der Vogelwelt und vielen Insekten zugute kommen.


Diese gelungene Kombination bewirkt eine relativ hohe Strukturvielfalt, von der zahlreiche Tierarten der offenen Feldflur unmittelbar profitieren. Sie finden dadurch Deckung und Nahrung selbst dann, wenn die Felder großflächig abgeerntet werden und andernorts der „Ernteschock“ für geradezu lebensfeindliche Standortbedingungen sorgt.


An jagdbarem Wild kommen in diesem Revier Hasen, Fasan, Rebhühner, Rehwild, Tauben, Enten und Füchse (ganz sporadisch vor dem Bau der Bahnlinie einzelne Sauen) vor. Den Rebhuhnbestand schätzt Herr Bugany auf knapp 20 Stück bei zwei Ketten.


Für uns als Besucher war der Unterschied zu der im Norden angrenzenden Gemarkung (die anderen Seiten sind „eingebaut“) schon aufgrund ihrer  Strukturarmut unübersehbar. In einer derart ausgeräumten Landschaft finden weder Niederwild noch anderen Offenlandbewohnern einen geeigneten Lebensraum!


Beeindruckt hat uns besonders die Begeisterung, mit der sich Ferdinand Bugany für die Erhöhung der Strukturvielfalt in der offenen Feldflur engagiert. Es wäre mehr als wünschenswert, dass sich von seinem Elan viele andere Landwirte und Grundeigentümer, aber auch Jagdgenossenschaften und Jagdpächter anstecken lassen.
Was dort in unmittelbarer Stadtnähe schon erreicht worden ist und sehr konsequent weiterverfolgt werden soll, verdient Respekt und Anerkennung.
Herzlichen Dank für die Führung!

Dr. Wolfgang Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern)

Die nachfolgenden Bilder zeigen verschiedene Strukturmaßnahmen im Bereich des Betriebes.