Pressemitteilung des ÖJV Bayern

Neid und Hetze nach der Jagd

Ökologischer Jagdverband: Zweifel an Stimmungsmache des BJV

Der Ökologische Jagdverband (ÖJV) kritisiert die Stimmungsmache des Bayerischen Jagdverbands aufs Schärfste. Der BJV versucht erneut, Kapital aus einer überaus erfolgreichen Jagd der Bayerischen Staatsforsten BaySF im oberfränkischen Edelmannsberg am 12. Januar 2017, bei der 61 Rehe erlegt wurden, zu schlagen. Der ÖJV weist auf die zahlreichen Unstimmigkeiten und bewussten Fehlinterpretationen in der BJV-Argumentation hin, die derzeit wirkmächtig in allerlei jagdfreundlichen Medien auftauchen.


So wurden in der 2. Junihälfte am Parlamentarischen Abend des BJV, auf wildundhund.de, auf der Facebookseite von „Wild und Hund“ und schließlich im BJV-Magazin „Jagd in Bayern“ (JiB 07/17) mitleiderregende Bilder von verletzten Rehen der Öffentlichkeit präsentiert und auf die Jagd in Edelmannsberg bezogen. In dieser massiven Aktion finden sich vielfache Unstimmigkeiten und teils böswillige Unterstellungen, die aus Sicht des ÖJV klargestellt werden müssen.


Hier die Fakten:


1. Der Abschussplan wurde nicht überschossen!
Nach der Ausführungsverordnung des Bayerischen Jagdgesetzes (AVBayJG) Art 16 darf in „grünen Revieren“ der Abschussplan durchaus in einem Jahr, auch auf einer Jagd, erfüllt werden. Der zugrunde liegende Drei-Jahres-Abschussplan wurde also nicht überzogen! Alle Prozentrechnungen in JiB sind falsch, da sie den grundlegenden Satz in AVBayJG Art 16 fälschlicherweise als „Jahresabschussplan“ lesen, obwohl der 3-Jahresabschussplan ausdrücklich genannt ist. Zitat: „ 2 Bei den für drei Jagdjahre aufgestellten Abschussplänen für Rehwild in Revieren, die in einer Hegegemeinschaft mit einer Bewertung der Verbissbelastung durch das letzte vor der Abschussplanung erstellte forstliche Gutachten (Art. 32 Abs. 1 Satz 3 BayJG) als günstig oder tragbar liegen, kann vom festgesetzten oder bestätigten Abschuss jeweils nach oben und unten bis zu 20 v. H. für das jeweilige Geschlecht und für die Kitze abgewichen werden.“


2. Ein direkter örtlicher oder zeitlicher Zusammenhang der veröffentlichten Bilder zur Drückjagd im StJR Edelmannsberg fehlt, ist sogar unwahrscheinlich!

  • Örtlich gibt es keinen kausalen Zusammenhang zur Jagd im Staatsforst. Die Bilder stammen (angeblich) aus einem Nachbarrevier. Zum Zeitpunkt besagter Jagd im Staatsforst wurde auch in den angrenzenden Nachbarrevieren mitgejagt. Dass diese Rehe also auf der Drückjagd im Staatsforst angeschossen wurden, ist reine, unlautere Konstruktion! Insbesondere da verletzte Rehe sehr standorttreu sind, fällt im Falle einer Schussverletzung der Verdacht wohl eher auf die Jäger des Reviers, in dem die Aufnahmen gemacht wurden.
  • Die Aufnahmen wurden ca. 5 – 11 Wochen nach besagter Jagd gemacht, so dass zeitlich kein naher Zusammenhang besteht.
  • Wodurch die Rehe verletzt wurden ist unklar. Einige der Verletzungen könnten auch von einem Verkehrsunfall stammen.


3. Tierschutzrechtliche Verantwortung in der BaySf-Jagd vorbildlich wahrgenommen
Dass der BJV für die verletzten Rehe das Staatsjagdrevier tierschutzrechtlich zur Verantwortung ziehen will, ist vor diesem Hintergrund geradezu grotesk. Im Gegenteil: Wie es unter guten Jagdnachbarn üblich sein sollte, hat ein Nachsuchengespann der BaySF-Jagd, nachdem es dort nicht gebraucht wurde, im privaten Nachbarrevier sogar bei der Nachsuche auf Rehwild ausgeholfen. Das ist gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit und damit angewandter Tierschutz! Fraglich ist allerdings, warum in den Privatjagden Wochen später anscheinend vor Ort nichts unternommen wurde, um die offensichtlich teils schwer verletzten Rehe auf den Bildern der Wildkamera von ihrem Leiden zu erlösen und zu erlegen. Tierschutzrechtlich (§ 17 Ziff. 2b TschG ) und ethisch wäre das fraglos angebracht gewesen! Scheinbar hat man das angesichts der Freude über die „Beweisfotos“ völlig übersehen.


Fazit:
Der Abschuss von 61 Rehen war absolut legal.
Die Jagd im Revier Edelmannsberg der BaySF war bestens organisiert.
Alle Belange des Tierschutzes wurden berücksichtigt, es konnten keinerlei Verstöße gegen das Tierschutzgesetz oder andere rechtliche Vorschriften nachgewiesen werden.
Mit unlauteren Mitteln und an den Haaren herbeigezogenen „Beweisen“ wurde und wird von der Jagdpresse und dem Bayerischen Jagdverband versucht, die Förster und Jäger, die sich durch ihre moderne, tierschutzgerechte Art zu jagen für die Zukunft unserer Wälder einsetzen, in Misskredit zu bringen. Das und viele Kommentare in den Internetforen werfen ein fragwürdiges Licht auf Jagdverband und derartige Jäger!

 

Eine solche unseriöse Stimmungsmache braucht weder eine

verantwortungsbewusste Jagd,
noch unsere Gesellschaft,
noch unser Ökosystem Wald!


gez.
Dr. Wolfgang Kornder
1. Vorsitzender

 


Quellen:
www.facebook.com/wildundhund.de (abgegriffen 170624)
www.wildundhund.de/bjv-plant-tierschutzanzeige (abgegriffen 170625)
www.jagd-bayern.de/[...]Regionen_Forchheim.pdf (abgegriffen 170702)
www.jagd-bayern.de/[...]editorial.pdf (abgegriffen 170706)

Neid und Hetze nach der Jagd - Ökologischer Jagdverband: Zweifel an Stimmungsmache des BJV
Pressemitteilung des ÖJV Bayern
170707 Pressemitteilung Jagd Edelmannsbe
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Über den ÖJV

Der Ökologische Jagdverein ist ein 1988 gegründeter Jagdverband, der sich der ökologischen Jagd verpflichtet hat. Der ÖJV reformiert aktiv das deutsche Jagdwesen und trägt dazu bei, dass die Jagd auch in Zukunft in der Gesellschaft Akzeptanz findet.
Der ÖJV sieht die Jagd als eine legitime Form der nachhaltigen Naturnutzung an. Die Ökologie soll dabei als wertfreie Wissenschaft Grundlagen für die Jagd liefern, von der Waldbau, Natur-, Arten- und Tierschutz betroffen sind. Aufgabe der Jagd ist es, in der Kulturlandschaft ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Demzufolge muss beispielsweise das Schwarzwild wegen seiner Schäden in der Landwirtschaft oder Schalenwild wie Rehe wegen ihrer Schäden im Wald reguliert werden.

http://www.oejv-bayern.de

Ökologischer Jagdverein Bayern e. V.
Dr. Wolfgang Kornder
1. Vorsitzender
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