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Pressemitteilung des Ökologischen Jagdvereins Bayern e.V.

Klimastabiler Wald oder viel Schalenwild?

Entscheidungen angesichts der derzeitigen Waldkatastrophen müssen jetzt fallen!

  • Gefährdete Wälder sind existenzbedrohend für uns Menschen!
  • Problemlösung durch Pflanzung ist keine Lösung.
  • Wald braucht Naturverjüngung, die nur bei angepassten Schalenwildbeständen möglich ist.


=> Angesichts der drohenden Katastrophe ist die Anpassung der Schalenwildbestände alternativlos!

Wenn sich der derzeitige Zusammenbruch von Baumarten oder ganzer Wälder fortsetzt, ist das existenzbedrohend für uns Menschen. Eine häufig genannte Lösung ist der Hinweis auf verstärkte Pflanzung. Diese ist allerdings aufgrund von Trockenheit und Hitze in vielen Fällen von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Ein Hoffnungsschimmer hingegen liegt in der Naturverjüngung, die einmal die Mikrohabitate findet und andererseits wesentlich stabiler ist als gepflanzte Bäumchen. Naturverjüngung erfordert aber angepasste Schalenwildbestände, die in Bayern bislang mindestens auf der Hälfte der Waldfläche nicht erreicht sind. Unsere überhöhten Schalenwildbestände geben damit dem Wald buchstäblich den Rest. Verstärktes jagdliches Engagement bei der Schalenwildbejagung ist deshalb alternativlos. Der ÖJV fordert deshalb verstärkte Maßnahmen zur Schalenwildregulierung.

Gefährdete Wälder sind existenzbedrohend für uns Menschen!
Derzeit werden die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald immer deutlicher. In Teilen Deutschlands brechen Baumarten und teils ganze Wälder zusammen, in Bayern ist dabei Franken besonders betroffen. Neben dem Zusammenbrechen von Fichten und Kiefern zeigt sich neuerdings, dass darüber hinaus auch viele andere Baumarten betroffen sind, z.B. auch die bisher als relative klimastabil eingeschätzten Buchen.

Die Folgen sind dramatisch: Ohne Wald trocknet der Boden durch Sonne und Wind noch schneller und stärker aus und die Humusschicht baut sich ab, Brände nehmen zu. Stürme haben ein leichtes Spiel. Die Wälder können wesentliche Funktionen, z.B. Kühlung oder Sauerstoffproduktion, nicht mehr erfüllen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft. Von daher muss alles unternommen werden, um die Existenz unserer Wälder zu sichern.

Problemlösung durch Pflanzung ist naiv!
In vielen Beiträgen angesichts der akuten Waldproblematik wird deshalb verstärkt auf Pflanzung junger Bäumchen als Lösung gesetzt. Allerdings ist diese Vorstellung in vielen Fällen von vorne herein zum Scheitern verurteilt, denn die gepflanzten Jungbäumchen, die gepflegt und versorgt aus den Baumschulen kommen, werden mit ihren gekappten Wurzeln in einem ausgetrockneten Boden in vielen Regionen einfach vertrocknen. Diese ernüchternde Erfahrung musste man in vielen Bereichen Bayerns schon jetzt häufig machen.

Wald braucht Naturverjüngung, die nur bei angepassten Schalenwildbeständen möglich ist.
Waldumbau und –erneuerung werden in Zukunft wesentlich nur mit Naturverjüngung gelingen. Naturverjüngung entwickelt nicht nur ein unverletztes Wurzelwerk, sondern findet und besetzt geeignete Mikrohabitate.

Aber bislang eher als klimatolerant eingeschätzte Baumarten wie Eichen oder Tannen werden von Rehen, Hirschen und Gämsen gerne als Leckerbissen verspeist. Die Hoffnung auf einen Waldumbau mit Naturverjüngung wird damit zunichte gemacht, denn diese setzt angepasste Schalenwildbestände voraus, die es aber in Bayern laut Forstlichem Gutachten lediglich auf ca. der Hälfte der Waldfläche gibt. Es ist zu befürchten, dass vor allem auf der anderen Hälfte über kurz oder lang kein funktionsfähiger Wald mehr existieren wird.

Von daher ist es das oberste Gebot der Stunde, die Schalenwildbejagung zu forcieren und die Bestände von Reh, Rotwild und Gams so zu regulieren, dass die Naturverjüngung eine Chance hat. Wir müssen uns entscheiden, was uns mehr wert ist: Ein stabiler Wald oder zu viel Schalenwild? - Der in Bayern gesetzlich verankerte Grundsatz „Wald vor Wild“ war nie so drängend wie heute!

Fazit
Der ÖJV Bayern fordert angesichts der nahenden Katastrophe die Verringerung der überhöhten Reh-, Rotwild- und Gamsbestände, denn ohne deren Anpassung beschleunigen wir die drohende Katastrophe. Jagdrechtsinhaber und der Staat müssen hier entsprechende Maßnahmen forcieren. Dazu zählen z.B.

  • die Möglichkeit höherer Abschüsse,
  • revierübergreifende Drückjagden oder
  • früherer Jagdbeginn auf Rehwild im April und die Verlängerung der Jagdzeit auf Rehwild bis Ende Januar.


Gez.
Dr. Wolfgang Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern e.V.)

Bilder

Klimastabiler Wald oder viel Schalenwild? Entscheidungen angesichts der derzeitigen Waldkatastrophen müssen jetzt fallen!
Pressemitteilung des ÖJV Bayern
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Über den ÖJV

Der Ökologische Jagdverein ist ein 1988 gegründeter Jagdverband, der sich der ökologischen Jagd verpflichtet hat. Der ÖJV reformiert aktiv das deutsche Jagdwesen und trägt dazu bei, dass die Jagd auch in Zukunft in der Gesellschaft Akzeptanz findet.
Der ÖJV sieht die Jagd als eine legitime Form der nachhaltigen Naturnutzung an. Die Ökologie soll dabei als wertfreie Wissenschaft Grundlagen für die Jagd liefern, von der Waldbau, Natur-, Arten- und Tierschutz betroffen sind. Aufgabe der Jagd ist es, in der Kulturlandschaft ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Demzufolge muss beispielsweise das Schwarzwild wegen seiner Schäden in der Landwirtschaft oder Schalenwild wie Rehe wegen ihrer Schäden im Wald reguliert werden.

http://www.oejv-bayern.de

Ökologischer Jagdverein Bayern e. V.
Dr. Wolfgang Kornder
1. Vorsitzender
Tel.     09842 951370
Email    kornder@oejv.de    

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91478 Markt Nordheim