Newsletter

Pressemitteilung des Ökologischen Jagdvereins Bayern e.V.

Vorwürfe zur Bejagung im Nationalpark Berchtesgaden sind konstruiert!

  • Die Jagd im NP Berchtesgaden im Zeitraum 2006 – 2018 bewegt sich innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.
  • Die konstruierten Vorwürfe sind fachlich nicht zu halten.
  • Eine etwas intensivere Bejagung zugunsten der Nationalparkziele wäre wünschenswert.


Im Zusammenhang mit Fallwild im NP Berchtesgaden 2018/2019 (insbesondere 8 Rotwildkälber) wurden vor allem von Dr. Christine Miller und ihrem Verein „Wildes Bayern e.V.“ Vorwürfe konstruiert. Nach Auswertung der Streckenlisten 2006 – 2017 (2018) und des Forstlichen Gutachtens zur Situation der Waldverjüngung aus dem Jahr 2018 sind diese Vorwürfe aus fachlicher Sicht völlig unhaltbar.

Bis 2014 entspricht die Strecke bei Gams-, Rot- und Rehwild überwiegend einer gleichmäßigen Nutzung. Dann steigt der jährliche Abschuss - bedingt durch den hohen Wildschadensdruck - vor allem beim Gamswild an.
In Bezug auf die erhobenen Vorwürfe lässt sich anhand der Streckenlisten klar feststellen, dass  

  • es keine Hinweise für die Ausrottung einer dieser Wildarten gibt,
  • sich keine Hinweise für den Abschuss führender Alttiere ohne Miterlegung deren Kälber (sog. „Muttertier-Mord“) finden,  
  • sich keine desolate Altersstruktur beim Gamswild erkennen lässt.


Insgesamt wird im Vegetationsgutachten 2018 eine zu hohe Verbissbelastung festgestellt. Die Folgen sind, dass

  • die Investitionen, also die Pflanzung junger Bäume, auf einem Teil der Verjüngungsflächen nicht dauerhaft gesichert sind,  
  • die Schalenwildbestände nicht angepasst sind,
  • das Naturverjüngungspotential der Tanne nicht genutzt werden kann,   
  • auf Teilflächen der Bergmischwald als für den Standort passender Bestandstyp nicht erreicht werden kann und
  • die Gefahr der Entmischung, also der Verlust von Mischbaumarten, nicht abgewendet ist.


Der durch das vorhandene Wild bedingte Verbiss wird in der Hegegemeinschaft als insgesamt zu hoch eingestuft.

Damit sind im NP Berchtesgaden die Vorgaben und Ziele, wie die Erhaltung oder Wiederherstellung der natürlichen Ökosysteme mit ihren natürlichen Pflanzengesellschaften nicht zu erreichen. Es ist die Aufgabe der Jagd diese negativen Einflüsse zu verhindern. Die Wildbestandsregulierung dient damit dem Erreichen des Nationalparkzweckes. Sie ist deswegen eine naturschutzfachliche Erfordernis, die jüngst durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt wurde.
Für den NP Berchtesgaden ist es zudem eine zwingende Voraussetzung für die Verlängerung des Europadiploms, dass in diesen Bereichen kontinuierliche Fortschritte vorzuweisen sind.

Fazit

  • Die Jagd im NP Berchtesgaden im Zeitraum 2006 – 2018 bewegt sich innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.
  • Die konstruierten Vorwürfe sind fachlich nicht zu halten.
  • Eine etwas intensivere Bejagung zugunsten der Nationalparkziele wäre wünschenswert.


Dr. Wolfgang Kornder
(1. Vorsitzender ÖJV Bayern)


Info-Material: Eine ausführliche Analyse findet sich im Anhang.

 

Die Gams im Kreuzfeuer (Tegernseer Stimme)

Vorwürfe zur Bejagung im Nationalpark Berchtesgaden sind konstruiert!
Pressemitteilung des ÖJV Bayern
PM ÖJV Auswertung Jagd im NP Berchtesgad
Adobe Acrobat Dokument 592.0 KB
Anhang zu "Vorwürfe zur Bejagung im Nationalpark Berchtesgaden sind konstruiert! "
Die Streckenlisten
Der Wald
Vorgaben und Ziele - Rechtlicher Rahmen
Fazit
PM ÖJV Auswertung Jagd im NP Berchtesgad
Adobe Acrobat Dokument 717.3 KB

Über den ÖJV

Der Ökologische Jagdverein ist ein 1988 gegründeter Jagdverband, der sich der ökologischen Jagd verpflichtet hat. Der ÖJV reformiert aktiv das deutsche Jagdwesen und trägt dazu bei, dass die Jagd auch in Zukunft in der Gesellschaft Akzeptanz findet.
Der ÖJV sieht die Jagd als eine legitime Form der nachhaltigen Naturnutzung an. Die Ökologie soll dabei als wertfreie Wissenschaft Grundlagen für die Jagd liefern, von der Waldbau, Natur-, Arten- und Tierschutz betroffen sind. Aufgabe der Jagd ist es, in der Kulturlandschaft ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Demzufolge muss beispielsweise das Schwarzwild wegen seiner Schäden in der Landwirtschaft oder Schalenwild wie Rehe wegen ihrer Schäden im Wald reguliert werden.

http://www.oejv-bayern.de

Ökologischer Jagdverein Bayern e. V.
Dr. Wolfgang Kornder
1. Vorsitzender
Tel.     09842 951370
Email    kornder@oejv.de    

Ulsenheim 23
91478 Markt Nordheim