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Pressemitteilung des Ökologischen Jagdvereins Bayern e.V.

Verantwortung der Jagd anlässlich der derzeitigen Klimaänderung

Presseerklärung zum Hubertustag 2019

Hubertus hat zu seiner Zeit Missstände bei der Jagd kritisiert und wurde so zum Schutzheiligen der Jagd. Heutzutage würde er die Missstände im Wald, dem Lebensraum vieler wildlebender Tiere, geißeln und darauf hinwirken, dass alles unternommen wird, um dem akut unter Druck geratenen Wald zu helfen. Angesichts des gebeutelten Waldes würde eine waldstützende Schalenwildbejagung unabdingbar zu seinen Forderungen gehören.

Der Ökologische Jagdverein Bayern (ÖJV Bayern) und die Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft Bayern (ANW Bayern) fordern angesichts der schweren Schäden durch Trockenheit, Sturm- und Käferkalamitäten, dem Wildverbiss und den Schälschäden die Anpassung der überhöhten Reh-, Rotwild- und Gamsbestände. Ohne deren Anpassung wird der dringend nötige Waldumbau nicht gelingen. Jagdrechtsinhaber und der Staat müssen hier entsprechende Maßnahmen forcieren, die Jäger müssen ihrer im Jagd- und Waldgesetz dargelegten Verantwortung gerecht werden.

Seit Jahrtausenden hat sich der Wald selbst erhalten. Das ist möglich, weil jedes Jahr Baumsamen zu Boden fallen. Sie keimen und junge Bäumchen können sich bei genügend Licht entwickeln. Sollten einige davon gefressen werden, ist das nicht schlimm. Schlimm wird es dann, wenn fast alle gefressen werden. Dann ist die Wilddichte zu hoch und muss angepasst werden. Verjüngung ist wie im Gesetz bereits vorgeschrieben „weitgehend ohne Schutzmaßnahmen“ (BayWaldG) zu ermöglichen.

Weißtannen, Eichen und Edellaubbaumarten sind weitgehend klimastabil. Sie sind enorm wichtig für den Wald der Zukunft. Vor allem die Eiche scheint besonders klimastabil zu sein. Deshalb ist vor allem die Naturverjüngung der Eiche neben Edellaubholz- und Tannennaturverjüngung durch die Jagd flächig zu ermöglichen. Die Rahmenbedingungen sind für eine erfolgreiche Jagd zu verbessern, denn die alten Regeln passen nicht mehr in die heutige Zeit. Der ÖJV Bayern und die ANW Bayern forcieren folgende Möglichkeiten:

Rehwild

  • Mindestabschusspläne ohne Obergrenze für Rehwild;
  • Jagdbeginn auf Rehwild ab 1. April und die Verlängerung der Jagdzeit auf alles Rehwild bis Ende Januar; damit Synchronisierung der rein trophäenjagdbedingten Rehbockjagdzeit mit dem weiblichen Rehwild im Herbst und Winter;
  • Nachtjagderlaubnis für Rehwild;


Rotwild

  • Flexiblere Abschusspläne für Rotwild.
  • Streichung der wildbiologisch unsinnigen, rein trophäenorientierten Einteilung der Hirsche in Klassen a und b.


Jagdpachtdauer/Reviergrößen

  • Reduzierung der Mindestpachtzeit auf 5 Jahre;
  • Mindestreviergrößen wie im Bundesjagdgesetz auf 75 ha (statt 81,755 ha) für Eigenjagdreviere und 150 ha (statt 250 ha) für Gemeinschaftsjagdreviere festlegen, im Gebirge entsprechend Eigenjagdreviere auf 150 ha (statt 300 ha) und Gemeinschaftsjagdreviere 250 ha (statt 500 ha).


Des Weiteren

  • Beibehaltung des Forstlichen Gutachtens als Grundlage der Abschussplanung;
  • Umwandlung der wildbiologisch sinnlosen Pflichthegeschau (= Trophäenschau) in eine freiwillige Informationsveranstaltung;
  • Überjagende Hunde für mindestens zwei Bewegungsjagden im Jahr verbindlich erlauben.


Gez.
Dr. Wolfgang Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern e.V.)


Gez.
Prof. Dr. Manfred Schölch
(Vorsitzender ANW Bayern)

Verantwortung der Jagd anlässlich der derzeitigen Klimaänderung
Presseerklärung zum Hubertustag 2019
191103_Presseerklärung_ÖJV_ANW_zum_Huber
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Über den ÖJV

Der Ökologische Jagdverein ist ein 1988 gegründeter Jagdverband, der sich der ökologischen Jagd verpflichtet hat. Der ÖJV reformiert aktiv das deutsche Jagdwesen und trägt dazu bei, dass die Jagd auch in Zukunft in der Gesellschaft Akzeptanz findet.
Der ÖJV sieht die Jagd als eine legitime Form der nachhaltigen Naturnutzung an. Die Ökologie soll dabei als wertfreie Wissenschaft Grundlagen für die Jagd liefern, von der Waldbau, Natur-, Arten- und Tierschutz betroffen sind. Aufgabe der Jagd ist es, in der Kulturlandschaft ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Demzufolge muss beispielsweise das Schwarzwild wegen seiner Schäden in der Landwirtschaft oder Schalenwild wie Rehe wegen ihrer Schäden im Wald reguliert werden.

http://www.oejv-bayern.de

Ökologischer Jagdverein Bayern e. V.
Dr. Wolfgang Kornder
1. Vorsitzender
Tel.     09842 951370
Email    kornder@oejv.de    

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91478 Markt Nordheim