Newsletter

Pressemitteilung des Ökologischen Jagdvereins Bayern e.V.

240.000 Hektar Schadflächen im Wald - Geld allein wird das Problem nicht lösen

Ulsenheim, 17.07.2020

  • 240.000 Hektar Wald in Deutschland sind geschädigt!
  • 1,2 Milliarden Euro für Pflanzungen sind schön, aber keine alleinige Lösung.
  • Wald braucht auch Naturverjüngung, die nur bei angepassten Schalenwildbeständen möglich ist.
  • Novellierung des Bundesjagdgesetzes muss eine Chance für den Wald sein.

Der Wald in Deutschland ist sogar noch stärker geschädigt, als bisher angenommen. Nicht 180.000 Hektar sind betroffen, sondern ganze 240.000! Politiker und Waldbesitzerverbände fordern daher mehr Geld von der Bundesregierung. Die bislang zur Verfügung gestellten 800.000 Millionen Euro reichen nicht mehr aus, weitere 400 Millionen Euro sollen den Waldbesitzern helfen die abgestorbenen Wälder wieder aufzuforsten.


Ob dieses Geld, hauptsächlich in Form von künstlichen Pflanzungen aber das alleinige Heilmittel für unseren vom Klimawandel geschundenen Wald sind, ist zu bezweifeln. Die Pflanzungen sind aufgrund von Trockenheit und Hitze in vielen Fällen von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Dazu kommt noch der vielerorts hohe Wildverbiss, der viele dieser Pflanzungen wie ein riesiges, subventioniertes Wildfütterungsprogramm wirken lässt. Leider kann man aber auf die Naturverjüngung klimatoleranter heimischer Baumarten nur in wenigen Regionen bauen, da ihr der hohe Verbissdruck schlichtweg keine Chance lässt. Unsere deutschlandweit häufig überhöhten Schalenwildbestände geben dem Wald buchstäblich den Rest.


Die aktuell anstehende Novellierung des Bundesjagdgesetzes wäre eine große Chance für den Wald. Diese Chance darf nicht vertan werden, sonst wird in vielen Teilen Deutschlands der Wald als Lebensraum, als Arbeitsplatz, als Ort der Erholung, als wertvoller Teil der Kulturlandschaft und nicht zuletzt als Erwerbsquelle massiv negativ beeinträchtigt. Der Wald muss daher Vorrang vor zu hohen Schalenwildbeständen und vor den Partikularinteressen der traditionellen Jägerschaft haben.

 

 

Fazit für die derzeit laufende BJagdG-Novellierung

 

Der ÖJV Bayern fordert bei der derzeit laufenden Novellierung des Bundesjagd-gesetzes z.B.:

  • Forstliche Gutachten als Grundlage für die Abschussplanung
  • Den Vorrang des Erhaltungszustandes des Waldes  vor dem Erhaltungszustand einzelner Schalenwildbestände (Vorrang des Lebensraumes)
  • Eine juristisch haltbare Definition standortgerechter Naturverjüngung und Waldverjüngungsziele


Gez.
Dr. Wolfgang Kornder
(Vorsitzender ÖJV Bayern e.V.)

PM des Ökologischen Jagdvereins Bayern e.V.
200717_PM_Geld allein wird das Problem n
Adobe Acrobat Dokument 174.8 KB

Über den ÖJV

Der Ökologische Jagdverein ist ein 1988 gegründeter Jagdverband, der sich der ökologischen Jagd verpflichtet hat. Der ÖJV reformiert aktiv das deutsche Jagdwesen und trägt dazu bei, dass die Jagd auch in Zukunft in der Gesellschaft Akzeptanz findet.
Der ÖJV sieht die Jagd als eine legitime Form der nachhaltigen Naturnutzung an. Die Ökologie soll dabei als wertfreie Wissenschaft Grundlagen für die Jagd liefern, von der Waldbau, Natur-, Arten- und Tierschutz betroffen sind. Aufgabe der Jagd ist es, in der Kulturlandschaft ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Demzufolge muss beispielsweise das Schwarzwild wegen seiner Schäden in der Landwirtschaft oder Schalenwild wie Rehe wegen ihrer Schäden im Wald reguliert werden.

 



http://www.oejv-bayern.de

Ökologischer Jagdverein Bayern e. V.
Dr. Wolfgang Kornder
1. Vorsitzender
Tel.     09842 951370
Email    kornder@oejv.de    

Ulsenheim 23
91478 Markt Nordheim