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Mitgliederversammlung des ÖJV Mittelfranken am 19. März 2010

Kornder, Webersberger, Marx, Raab, Frankenstein
Kornder, Webersberger, Marx, Raab, Frankenstein

Marktbergel:

Bei den Neuwahlen des Ökologischen Jagdvereines Mittelfranken wurde Martin Raab, Landwirtschaftsmeister und Waldbesitzer aus Häslabronn, Colmberg, zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Er tritt damit die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Anton Rabl aus Neustadt Aisch an.  Der in der Region bekannte Forstmann Rabl bleibt weiterhin als Beisitzer im Vorstand des ÖJV Mittelfranken.
Jagdpächter Hans Webersberger aus Borsbach, Flachslanden, wurde wieder als stellvertretender Vorsitzender, zum Schriftführer erstmals der Waldbesitzer Paul von Franckenstein aus Ulstadt gewählt.
Kassierer wurde der Jagdpächter und Jagdvorstand Peter Marx aus Bockenfeld, Gemeinde Gebsattel.
Weiterer Beisitzer wurde Jagdpächter Bernhard Mall aus Rothenburg.

Die neue Vorstandschaft des ÖJV Mittelfranken wird sich dafür stark machen, dass der gesetzliche Auftrag des Bay. Waldgesetzes "Wald vor Wild" Gültigkeit behält, so Martin Raab der neue Vorsitzende.
Der Landesvorsitzende des ÖJV Bayern Dr. Wolfgang Kornder informierte über die Bemühungen der Spitze des Bay. Jagdverbandes. Hier wird derzeit tüchtig „gezündelt“, letztendlich mit dem Ziel, den wegweisenden Grundsatz „Wald vor Wild“ wieder abzuschaffen.
Martin Raab kritisierte in diesem Zusammenhang die Empfehlungen vieler Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), die Rehwildabschüsse vielerorts nicht zu erhöhen, obwohl der Verbiss  meist nach wie vor auf hohem Niveau stagniert.
Raab sprach sich auch dagegen aus, das bewährte Verbissgutachten wieder abzuschaffen.  Das wäre so, als wollten die Schüler mit den Fünfen und Sechsen im Zeugnis die Zeugnisse abschaffen.
Das bestehende Verbissgutachten muss so ergänzt werden, dass es nicht nur auf der großen Fläche des Hegeringes Aussagen zulässt. Es muss revierweise Aussagen machen, damit sich der einzelne Jagdpächter nicht in der Anonymität des Hegerings verstecken kann.
Zu diesem Thema stellte Webersberger den Bericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofes vor. Der ORH kritisiert deutlich, dass es am Vollzug der einschlägigen Gesetzte fehlt. Immer noch sei es so, dass wegen des zu hohen Wildverbisses teure Schutzmaßnahmen nötig seien, und damit der gesetzliche Grundsatz "Wald vor Wild" grob missachtet wird. Bei der Umsetzung dürften Akzeptanzprobleme bei großen Teilen der Jägerschaft keine Rolle spielen. Der Minister muss da jetzt standhaft bleiben, so Webersberger.
Des weiteren kündigte Raab an, dass der ÖJV in Zukunft Jägerprüfungskurse speziell für Landwirte und Waldbesitzer anbieten wird. Damit soll diese Zielgruppe in die Lage versetzt werden, selbst ihre jagdlichen Geschicke in die Hand zu nehmen und ihr  Eigentum zu schützen.

Martin Raab