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Waldbegang in die Wälder der Jagdgenossenschaft Rampoldstetten

Die Waldbauernvereinigung Straubing unter der Leitung des Vorsitzenden Rupert Müller aus Oberschneiding und dem ehemaligen Sprecher der Jagdgenossenschaften im BBV Herrn Albert Menacher führten am 14.Juli 2009 eine Exkursion in das Fertighauswerk Haas in Falkenberg durch. In diesem Werk werden in erster Linie heimische Hölzer verarbeitet, wovon man sich bei der Führung durch das Werk überzeugen konnte. Das Mittagessen in den Gasträumen des Werkes mundete daraufhin bestens. Am Nachmittag war ein Waldbegang in die Wälder der Jagdgenossenschaft Rampoldstetten angesetzt. Als erstes wurde Rampoldstetten II besucht. Dieses Jagdrevier hat einen Waldanteil von 33 Prozent. Vor einigen Jahren wurde dem Revier der Wald und Wildpreis für die beste Mischwaldverjüngung im Landkreis Dingolfing zuerkannt. Der Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Herr Alois Nußbaum begrüßte die Teilnehmer und berichtete, dass in den vergangenen Jahren bei den vertraglich vereinbarten Revierbegängen jeweils am Karfreitag kaum noch nennenswerte Verbissschäden festgestellt worden sind. Die Anwesenden konnten sich von einer üppigen , viele Hektar umfassenden Mischwald Verjüngung überzeugen.
Der Jagdpächter Herbert Raßhofer führte mit interessanten Ausführungen von Station zu Station.
Im Wald muss man eine Waldgeneration (80 -120 Jahre vorausdenken. Nur ein Beispiel: In dem besuchten Jagdrevier stehen 80 -120 jährige Tannen als Samenspender. Die jüngeren Tannen sind 1-20 Jahre alt. Die Generation von 20 bis 80 Jahre wurde total von den Rehen im Jugendstadium aufgefressen. Erst seit ca. 20 Jahren wird in diesem Revier waldgerecht gejagt und der Mischwald gefördert.
In diesem Revier mit 730 Hektar hält nur noch ein einziger Waldbesitzer Zäune von nennenswertem Ausmaß. Die Jäger des Reviers beteiligten sich in den vergangenen Jahren aktiv am Abbau von alten Kultur Zäunen. Somit ist das Wild nicht mehr von diesen Wohn- und Schlafräumen ausgeschlossen. Auf eine Schalenwildfütterung wird hier seit einigen Jahren gänzlich verzichtet. Bedingt durch das viele Unterholz (Tanne, Buche, Eiche, Ahorn Himbeere, Brombeere und Blaubeeren) lebt das Wild ganzjährig wie in einem Schlaraffenland. Unser Reh-Wild hat die letzten 7 Mill Jahre (incl. der Eiszeiten) überlebt. Die nunmehr einsetzende naturnahen Wald-Verjüngung ist ein optimales Habitat. Nur in ausgeräumten Wäldern mit Fichtenmonokulturen leidet das Wild in der Notzeit unter Nahrungsmangel, wenn der Wildbestand nicht dem vorhandenen Nahrungsangebot angepasst wurde. Die jungen Baumsämlinge werden dort schon im ersten Jahr aufgefressen , deswegen findet dort auch eine besorgniserregende Entmischung bzw. Verfichtung statt. Die Fichten werden nur im äußersten Notfall verbissen, da die Triebe nicht so schmackhaft für das Wild sind.
Im Anschluss daran wurde noch kurz das Revier Rampoldstetten I Süd besucht. Hier wurde an einer ehemals gezäunten Fläche demonstriert, wie sich der Wald bei ordentlicher Bejagung innerhalb von 5 Jahren sehr schnell auch außerhalb des ehemaligen Zaunes selbst verjüngen kann.

Wegen der bereits eingesetzten Erderwärmung hat die Fichte als Brotbaum bei uns keine gute Zukunft. In Mittelfranken wurden im Jahre 2006 wegen Borkenkäferbefall 790 000 Festmeter Fichte gefällt. 2000 ha Kahlfläche müssen wieder aufgeforstet werden. Wenn das Klima in den nächsten Jahrzehnten sich nur um 1,8 Grad erwärmt, so haben wir diese für die Fichte ungemütlichen Temperaturen auch bei uns in Niederbayern. (Ausgenommen die Hochlagen in den Gebirgen)
Aus gleichem Grund gehören Fichtenwälder durch gemischte Nadel und Laubwälder ersetzt. (Waldumbau) Diese bieten den Wetterunbilden der Zukunft mehr Wiederstand entgegen. Das Wirtschaftliche Risiko ist vermindert.
Der Wald erfüllt wichtige Funktionen wie Erholung, Trinkwasser- Boden und Klimaschutz.
Die Waldbesitzer und vor allem die Jäger haben eine Verantwortung für kommende Generationen. Wir müssen unseren Nachkommen einen stabilen, gemischten und ertragreichen Wald hinterlassen.


Herbert Raßhofer