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Bayerischer Staatsminister Brunner distanziert sich von Unterschriftenliste des DJV´s

In Sachen Unterschriftenlisten überschlagen sich derzeit die Ereignisse. Neben den teils seit vielen Monaten kursierenden Unterschriftenlisten aus Bayern (s. gesonderten Artikel) kam nun überraschend eine solche Liste des DJV´s (Quelle s.u.). Inhaltlich bezieht sich diese auf allgemein anerkannte Grundforderungen in der Präampel, die auch der ÖJV unterschreiben könnte. Dann folgen 7 Punkte, die teils konträr zu ÖJV-Positionen stehen. Besonders hervorzuheben sind dabei die

  • Punkte 2 („Mehr Freiraum für das Schalenwild“; wesentlich zum Rotwild)  
  • und 3 (Lebensgemeinschaft „Wald und Wild“ nachhaltig bewirtschaften! ... „Deshalb: „Wald und Wild“ statt „Wald vor Wild!“)


Dass unsere Bruderverbände solche Forderungen vertreten ist ja nicht neu, schockiert hat mich aber die Nachrichtaus dem Internet, dass der Bayerische Landwirtschaftsminister Brunner diese Liste unterschrieben habe! Ich habe mich daraufhin sofort direkt an Herrn Staatsminister Brunner gewandt, und – gesetzt den Fall diese Nachricht stimme - mein Entsetzen darüber ausgesprochen und um eine Klärung gebeten.

Die Antwort des Ministers kam prompt:

  • Staatsminister Brunner hat die Liste wirklich unterschrieben.
  • Allerdings habe man ihm lediglich die allgemein anerkannten Punkte der Grundforderungen aus der Präampel unterbreitet und die nachfolgenden 7-Punkte nicht erwähnt.
  • Als Staatsminister Brunner dieser Tatbestand bewusst wurde, hat er sich umgehend sowohl beim Vorsitzenden des DJV´s und bei allen Landwirtschaftsministerien Deutschlands erklärt, distanziert und die Bayerische Position eindeutig klargestellt. Aus dem Schreiben des Ministers an Jochen Borchert vom 18.01.2010, das dem ÖJV übermittelt wurde: „Ich weise daher ausdrücklich darauf hin, dass sich die Unterstützung der Unterschriftenaktion des DJV meinerseits ausschließlich auf die Grundforderung zu Erhalt des Reviersystems, nicht aber auf den angehängten 7-Punkte-Katalog bezieht.“ (S. 2)


Ähnlich formuliert der Minister im Anschreiben an den ÖJV Bayern und fügt hinzu: „Insbesondere der von Ihnen angesprochene gesetzliche Grundsatz „Wald vor Wild“ steht für mich nicht zur Diskussion.“ (Schreiben an ÖJV Bayern vom 22.01.2010, S. 1)

Diese Auskunft ist gerade auch in einer Zeit, in der die in Bayern mitregierende FDP für uns nicht nachvollziehbar den Grundsatz „Wald vor Wild“ als „reine Ideologie“ bezeichnet,  für den ÖJV und die Waldbauern beruhigend.

Interessanterweise kursiert seit dem 22. Januar 2010 eine weitere Liste ähnlichen Inhalts, nunmehr vom BJV! (Quelle s.u.) „Von jagderleben.de um eine Stellungnahme zu den Hintergründen der Aktion gebeten, erklärte BJV-Pressesprecher Thomas Schreder: 'Um die Jägerschaften anderer Bundesländer jagdrechtlich zu stützen, die Interessen in Bayern zu bündeln und die Verunsicherung vieler Jäger zu zerstreuen, hat sich der BJV entschlossen, eine eigene Unterschriftenaktion zu initiieren. Die Ziele anderer Aktionen sind inhaltlich in vielen Bereichen sicher sinnvoll, dennoch werden die verschiedenen Facetten diese schwierigen Themas in der BJV-Unterschriftenaktion ausgewogen dargestellt.'“ (Quelle: http://www.jagderleben.de/anvisiert/meldung/bayern_mit_eigener_liste.html?redid=326437)


Quellen:
Unterschriftenliste des DJV´s: Unterschriftenaktion! Zersplitterung des Jagdrechts verhindern! Jetzt! (Quelle z.B.: http://www.jagderleben.de/djvunterschriftensammlung)
Unterschriftenliste des BJV´s: Unterschriftenaktion des Bayerischen Jagdverbandes zum Erhalt der Grundsätze des Jagdrechts und der Waidgerechtigkeit – BJV bündelt Interessen der bayerischen Jägerinnen und Jäger – (Quelle: http://www.jagd-bayern.eu/)

Dr. W. Kornder
(Vorsitzender des ÖJV Bayern)

DJV Unterschriftenaktion
DJV Unterschriftenaktion-DJV.pdf
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