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Erfahrungen mit bleifreier Munition

Von Hans Webersberger

Seit 2007 verwende ich zum größten Teil unterschiedliche Kaliber und Geschosse in bleifrei.
Damit habe ich über 600 Rehe und wenige andere Stücke Schalenwild erlegt.

Erfahrungen mit bleihaltiger Munition
Vorausgeschickt werden muss, dass ich die Jahre vorher die unterschiedlichsten Bleigeschosse verwendet habe und mit diesen auch eine sehr hohe Zahl Schalenwild erlegt habe. Dabei war es so, dass ich fast immer deutliche Pirschzeichen gefunden habe. Die Wildbretzerstörung war oft sehr unterschiedlich. Im Feuer gelegen waren knapp über 50% des Wildes.

Nun zu bleifrei
Ich werte nur Schüsse, die als tödliche Treffer gelten!  Wenige Fehlschüsse und Krankschüsse werden nicht gewertet.

Am Anfang habe ich das .308  Naturalis von Lapua (13g, Fabrikladung)verwendet. Damit war ich zu Beginn sehr überrascht. Die ersten 17 Rehe lagen alle im Feuer. Da stellte sich bei mir die Frage, habe ich nun endlich auch ein Geschoss gefunden, bei dem alles im Feuer liegt wie nach Aussage bei den meisten Jägern? Die nächsten 14 Rehe gingen dann doch wieder alle 20 bis 150 Meter. Also doch wieder Kaliberesoterik?
Insgesamt habe ich mit der Naturalis etwas mehr als 100 Stück erlegt. Pirschzeichen waren weniger als mit Blei, Fluchten etwas länger, Wildbretzerstörung etwas geringer.

Dann kam eine neue Waffe in 30-06, mit Barnes TTSX (180 grain, wiedergeladen). Erlegt habe ich damit knapp 300 Stück. Es gab kaum Pirschzeichen, lange und weite Fluchten, wenig Wildbretzerstörung.

Dann verwendete ich aus einem Drilling 7x57R Nosler e-Tip (150 grain, wiedergeladen).  Auch hier habe ich ca. 300 Stück Schalenwild erlegt. Es gab fast kein Zeichnen und oft war am Anschuss nichts zu finden. Des Weiteren waren damit weite Fluchten, aber nur geringe Wildbretzerstörung verbunden. Auch stellte sich die Frage, ob diese Geschosse tierschutzrelevant sind, weil des Öfteren Tiere  bei besten Kammerschüssen noch  lebten. Krassestes Beispiel war ein beschossener Rehbock, der mit einem Lungenschuss noch gut 300m ging. Die Nachsuche dauerte mind. 30 Minuten. Als ich beim Bock ankam, lebte er noch.

Ich bin daher stark am überlegen, wieder auf Blei zurück zu gehen. Die Nachteile mit bleifreier Munition überwiegen für mich bis jetzt deutlich.

Auf der Suche nach der richtigen bleifreien Munition bin ich nun bei der RWS evo green (.30-06, 8,81 g, Fabrikmunition) angelangt. Anhand der 15 von mir mit evo green erlegten Rehe habe ich nun erstmals Bilder gemacht (s. Anhang). Auch da flüchten noch ca 40%.  Die Stoppwirkung ist also auch nicht so wie versprochen. Auf der anderen Seite sind Pirschzeichen deutlich zu erkennen und die Fluchten kürzer. Nachteil: die Wildbretzerstörung ist für mich nicht akzeptabel.

Fazit für mich:
Bleifrei ist für mich eine große Enttäuschung. Ich muss hier weiter nach Geschossen suchen, die mich zufrieden stellen. Die Weiterentwicklung bleifreier Geschosse sollte vorangetrieben werden.

Bilder vom RWS Evolution Green