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Aus der Praxis

Selbst ist der Mann

Gleich das Foto der Auftakt-Aufforderung hat mich an eine Unsitte beim Dachbau erinnert: Dachpappnägel !!!
Die Dinger reißen bei Wind leicht aus, wenn man mal daneben haut ist die Dachpappe beschädigt und reparaturfreundlich ist was anderes. Selbst das Umschlagen der Dachpappe um die Dachbretter und das Annageln von unten ist keine echte Lösung, weil sie a) mit der Zeit an den Biegestellen undicht wird und das Wasser nun doch ans Holz kommt und b) das Wasser oft genug auch dieses Umschlagen "mitmacht" und dann an der Unterseite des Daches das Holz doch befeuchtet.
Alternative: Die Dachpappe durch seitlich und am oberen Rand von unten angeschraubte Latten auf ganzer Länge fixieren. Die DP lässt man gute 5 cm überstehen. Sie biegt sich durch ihr Eigengewicht nach wenigen Wochen nach unten und gibt eine hervorragende Tropfkante. Nur am unteren Rand, wo das Wasser abfließen soll kann man nicht auf ganzer Länge fixieren. Hier behilft man sich mit zwei kleinen Holzresten, an denen das Wasser vorbei fließen kann. Sind die Dachlatten verfault oder die DP beschädigt, kann man von unten viel einfacher durch Lösen der Schrauben reparieren und muss nicht auf das Dach hinauf. Wenn man Lärchendachlatten (es genügen sogar Lärchen-Sägereste) verwendet, wird sogar das Verfaulen viele Jahre hinausgezögert. Schrauben mit Bohrspitze sind einen Hauch teurer, aber sprödes Lärchen- oder Douglasienholz platzt beim Schrauben im Randbereich dann nicht mehr auf.

Michael Bartl