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Aus der Praxis

Erfahrungen mit Saufängen

Die Wildschweine fühlen sich in Bayern „sauwohl“. Fast überall herrschen in unserer Kulturlandschaft bereits optimale Lebensbedingungen. Daher breitet sich diese anpassungsfähige Wildart immer weiter aus und erobert sogar neue Lebensräume - in den Alpen sind bereits bis auf 1400 Meter einzelne Tiere gesehen worden.

Das Ziel „angepasste Schwarzwildbestände“ erreicht man nur, wenn Jagdgenossen wie Jäger dieses Ziel auch erreichen wollen! Dabei empfiehlt der Ökologische Jagdverein Bayern, neben vielen anderen wichtigen Maßnahmen (siehe Handlungsempfehlungen des ÖJV Bayerns: https://www.oejv-bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/1803-asp/) den Einsatz von Saufängen. Der Fang und die darauffolgende Erlegung müssen dabei selbstverständlich tierschutzkonform ablaufen.

Da es in Bayern nur wenig Erfahrungen mit Saufängen gibt (hauptsächlich aus dem Nationalpark Bayerischer Wald) und man meist auf die Informationen anderer Länder zurückgreifen musste, haben die Bayerischen Staatsforsten unter anderem am Forstbetrieb Flossenbürg (Oberpfalz) den Saufang getestet.

Der dortige Forstbetriebsleiter Stefan Bösl teilt freundlicherweise seine gemachten Erfahrungen mit dem ÖJV Bayern und hat uns einige interessante Bilder zur Verfügung gestellt.

Es wurden zwei Modelltypen (mobil und stationär) ausprobiert und bislang über 50 Sauen gefangen. Der stationäre ist seit etwa einem Jahr in Betrieb und der mobile etwa vier Monate. Beide sind mit etwa 20mx30m ausreichend groß, um Panikreaktionen zu vermeiden und haben, um die Verletzungsgefahr zu minimieren, keine Ecken.

Die Version mit verbretterten Wänden ist sehr teuer und nur stationär einsetzbar. Außerdem war es häufig so, dass erfahrene Bachen den Bretterverschlag mieden, obwohl die Frischlinge schon im Saufang an der Kirrung ästen. Ziel war aber immer eine komplette Rotte zu erwischen.

Die zweite, mobile Version wurde aus günstigen Baustahlmatten angefertigt. Diese Variante kann relativ schnell ab- und andernorts wieder aufgebaut werden. Scharfe Kanten und Spitzen wurden abgeschleift und abgerundet. Es kam daraufhin zu keinen Verletzungen. Diese Variante erwies sich als effektiver, da sie auch von den schlauen Bachen leichter angenommen wurde.

Auch nach dem Auslösen des Schließmechanismus waren in beiden Versionen die gefangenen Sauen über mehrere Stunden ruhig und ästen friedlich an der Kirrung. Mit zwei Schützen konnten dann zum Beispiel acht gefangene Sauen in drei Minuten sauber erlegt werden.

Alle Bilder wurden uns freundlicherweise von den Bayerischen Staatsforsten zur Verfügung gestellt!